Österreich optimistisch bei Wirtschaftsentwicklung. Die Österreicher sind in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung optimistischer als noch im Vorjahr, aber sie sparen dennoch. Das ist das am Freitag veröffentlichte Ergebnis von monatlich durchgeführten Umfragen des Linzer Meinungsforschungsinstitutes Spectra mit jeweils 1.000 repräsentativ für die Bevölkerung über 15 Jahre ausgewählten Testpersonen.

Erstellt am 27. Juli 2012 (12:59)

12 Prozent der Befragten meinen, "mit der Wirtschaft wird es in der nächsten Zeit aufwärts gehen". Das ist ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber dem 1. Quartal 2012, als die Talsohle mit 9 Prozent erreicht war. Im Laufe des vergangenen Jahres war der Anteil der Optimisten von 30 auf 10 Prozent gesunken und jener der Pessimisten von 15 auf 33 Prozent geklettert. Nun scheint sich die Schere wieder zu verkleinern. Anfang 2012 waren noch 33 Prozent der Meinung, dass es mit der Wirtschaft abwärts gehen werde, zuletzt nur mehr 28 Prozent.

Parallel dazu bleibt die Sparneigung der Österreicher stabil. Wie Anfang 2012 gaben auch aktuell 46 Prozent an, in letzter Zeit etwas sparsamer als sonst mit ihrem Geld umzugehen. Der Wert war zuletzt im ersten Quartal 2011 mit 42 Prozent am niedrigsten seit 10 Jahren. Nachdem Anfang 2012 nur 21 Prozent ausgabefreudig waren, leisten sich nun 23 Prozent wieder etwas mehr.

Ähnliche Ergebnisse brachte eine am Freitag von der EU-Kommission präsentierte Eurobarometer-Umfrage, wonach nur 44 Prozent der Österreicher glauben, dass das Schlimmste noch kommen wird. Von den 27 EU-Staaten haben damit 24 eine pessimistischere Erwartungshaltung als in Österreich.

Die größten Befürchtungen gibt es in Portugal mit 78 Prozent, gefolgt von Griechenland und Zypern (je 77). Der Durchschnittswert der Währungsunion beträgt 61 Prozent, in der EU-27 liegt er bei 60 Prozent.

Auch bei der Frage, ob die Auswirkungen der Krise auf die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt bereits erreicht hat, gehören die Österreicher mit 43 Prozent zu den positiv Eingestellten. Noch zuversichtlicher ist laut Eurobarometer nur Dänemark (51 Prozent). Der Durchschnitt der Eurozone beträgt hier 29 Prozent, jener der EU-27 liegt bei 30 Prozent.