Zehn EU-Förderpreise für Nachwuchsforscher. Zehn in Österreich tätige Nachwuchsforscher erhalten einen hoch dotierten Förderpreis des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Von NÖN-Redaktion, APA. Erstellt am 08. September 2016 (13:07)
NOEN, Foto: ISTA
  

Sie gehören zu den insgesamt 325 Wissenschaftern, die einen mit bis zu 1,5 Mio. Euro dotierten "Starting Grant" für fünfjährige Grundlagenforschungsprojekte bekommen. Dieses Ergebnis der aktuellen Antragsrunde gab der ERC am Donnerstag bekannt.

In Summe schüttet der ERC in dieser Runde 485 Mio. Euro aus. Die meisten "Starting Grants" gingen an Wissenschafter in Forschungseinrichtungen in Deutschland (61), gefolgt von Großbritannien (59), Frankreich (46), Niederlande (29) und der Schweiz (20).

Geht man nach Nationalität der Preisträger, bekommen 15 Österreicher einen "Starting Grant". Davon sind aber nur drei in Österreich tätig, die übrigen zwölf im Ausland (der ERC nennt alle Preisträger per Namen, ordnet ihnen aber nicht die Nationalität, sondern nur die Forschungseinrichtung zu, in der sie tätig sind, Anm.).

Wie bereits bekannt war, gehen vier "Starting Grants" an Wissenschafter des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg. Die Förderung erhalten der Computerwissenschafter Bernd Bickel, der Mathematiker Jan Maas, die Neurowissenschafterin Gaia Novarino und die Evolutionsbiologin Beatriz Vicoso.

Drei "Starting Grants" gehen nach Wien

Jeweils zwei "Starting Grants" gehen an die Universität Wien und die Technische Universität (TU) Wien: An der Uni Wien wird sich der Mikrobiologe David Berry in seinem ERC-Projekt mit den Tausenden Mikroorganismen beschäftigen, die in enger Symbiose im Darm des Menschen leben.

Der gebürtige Amerikaner sucht nach neuen Strategien, um dieses "Darmmikrobiom" gesundheitsfördernd zu modifizieren. Der österreichische Philosoph Georg Schiemer beschäftigt sich in seinem ERC-Projekt an der Uni Wien mit den Wurzeln des "Mathematischen Strukturalismus", der als zentrale Position in der modernen Philosophie der Mathematik gilt.

An der Universität Innsbruck wird sich der Tiroler Experimentalphysiker Gerhard Kirchmair in seinem ERC-Projekt mit supraleitenden Schaltkreisen beschäftigen. Supraleitende Quantenbits zählen zu den vielversprechendsten Technologien für Anwendungen in der Quanteninformationsverarbeitung.

Schließlich geht ein "Starting Grant" an die Medizinische Universität Wien. Dort wird sich Stephane Ciocchi vom Institut für Kognitive Neurobiologie des Zentrums für Hirnforschung in seinem ERC-Projekt mit den für Emotionen verantwortlichen neuronalen Schaltkreisen im Hippocampus beschäftigen.