Österreichische Gäste retten Campingsaison. Im Corona-Sommer verzeichnete die Campingbranche nur einen geringen Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber 2019. Ein Zuwachs von 42 Prozent bei den inländischen Gästen konnte das Minus von 15 Prozent bei ausländischen Gästen fast ausgleichen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es in NÖ eine Steigerung an Nächtigungen von zwei Prozent.

Von Fabiola Noll. Erstellt am 12. November 2020 (10:40)
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Das Berliner Reise- und Buchungsportal camping.info hat die touristischen Zahlen der Sommermonate analysiert und knapp 5000 Camper zu ihrem Camping Sommer befragt. Campingurlaube zählten in den Ferienmonaten zu den gefragtesten Urlaubsarten. Österreichweit verbuchte die Campingbranche nur ein kleines Minus.   

In den Ferienmonaten Juli und August verzeichnete die österreichische Campingbranche über 3.877.675 Übernachtungen. Das ist ein leichter Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber den 3.942.257 Nächtigungen im Sommer 2019. Im Vergleich dazu vermeldete das gesamte Beherbergungswesen in diesem Zeitraum einen Rückgang von rund 14 Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem von den inländischen Campinggästen. Rund 1,3 Millionen Nächtigungen gingen auf das Konto von Campern aus Österreich. Das waren um 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Rückgang bei Campingurlaubern aus dem Ausland betrug 15 Prozent.  

Mehr Camper im Burgenland, Vorarlberg, Tirol, NÖ sowie der Steiermark 

Mit einer Steigerung bei den Nächtigungen von sieben Prozent war das Burgenland das gefragteste Bundesland für Campingurlaube im Juli und August. Gefolgt von Vorarlberg (+ sechs Prozent), Tirol (+ fünf Prozent) sowie Niederösterreich (+ zwei Prozent) und der Steiermark (+ 0,60 Prozent). Einen großen Einbruch mit minus 61 Prozent verzeichneten die Campingplätze in Wien. Ebenfalls im Minus: Salzburg (- 19 Prozent), Oberösterreich (- vier Prozent) und Kärnten (- 0,50 Prozent). Die meisten Übernachtungen in der gesamten Beherbergungsbranche gab es mit 1,5 Millionen in Kärnten, gefolgt von Tirol (920.000) und Salzburg (372.000).  

Die Buchung von Campingplätzen werde immer wichtiger, erzählt Maximilian Möhrle, Geschäftsführer des Reise- und Buchungsportals camping.info mit Sitz in Berlin. Das zeigt sich auch in der camping.info-Umfrage unter 5000 Campern. Im letzten Jahr sind noch über 2000 der Befragten ohne Reservierung in den Campingurlaub gefahren. 2020 waren es fast die Hälfte weniger.  

“Auch, wenn die Spontanität vermisst wurde und Masken auch beim Urlaub auf dem Campingplatz zum ständigen Begleiter geworden sind, haben viele der Camper die verbesserten Hygienemaßnahmen und den respektvolleren Umgang als positiv empfunden.”, so das Fazit von Möhrle zum Camping-Sommer 2020.