Österreichs Industriekonjunktur im Sinkflug. Das Ende eines zweijährigen Höhenflugs der österreichischen Industrie kündigt sich an. "Aufgrund rückläufiger Aufträge aus dem In- und Ausland haben die Unternehmen im Juli ihre Produktion gedrosselt. Die Einkaufsmenge wird zurückgefahren, die Vormateriallager sinken. Noch entstehen im Sektor jedoch neue Jobs", so Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria.

Erstellt am 28. Juli 2011 (12:01)

Das Ende eines zweijährigen Höhenflugs der österreichischen Industrie kündigt sich an. "Aufgrund rückläufiger Aufträge aus dem In- und Ausland haben die Unternehmen im Juli ihre Produktion gedrosselt. Die Einkaufsmenge wird zurückgefahren, die Vormateriallager sinken. Noch entstehen im Sektor jedoch neue Jobs", so Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria.

Der EinkaufsManagerIndex der Bank Austria sank im Juli auf 50,8 Punkte, nach 53 Punkten im Juni und 55,6 Punkten im Mai. Mit dem fünften Rückgang in Folge liegt er auf dem tiefsten Stand seit zwanzig Monaten. Die Marke von 50 Punkten, die auf eine Aufwärtsentwicklung in der Industrie gegenüber dem Vormonat hinweist, wurde im Juli nur noch geringfügig überschritten, betonte Bruckbauer.

Für die Talfahrt sorgte vor allem die Produktion, die erstmals seit zwei Jahren zurückgefahren wurde. Der Teilindex "Produktion" ging von 53,5 Punkten auf 49,7 Punkte zurück. Der schon in den Monaten Mai und Juni spürbare Rückgang der Neuaufträge habe sich weiter verstärkt, die Nachfrage aus dem Ausland werde verhaltener, so Bruckbauer. Betroffen seien vor allem Vorleistungs- und Investitionsgüter.

Dank des starken Jahresbeginns, in dem zweistellige Produktionszuwächse eingefahren wurden, sieht die Bank Austria im Gesamtjahr 2011 die Industrieproduktion aber weiterhin um acht Prozent steigen. Von diesem Wachstum profitiert auch der Arbeitsmarkt, mit 573.000 Menschen in der Sachgütererzeugung habe die Beschäftigtenzahl im Juli um zwei Prozent über dem Vorjahresmonat gelegen, so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.