Österreichs Kfz-Zulieferer zuversichtlich. Sinkende Neuzulassungen in Österreich und Werksschließungen in Europa erschüttern derzeit die Autobranche.

Erstellt am 01. April 2013 (10:26)
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Bei den heimischen Zulieferindustrie hingegen ist von einer großen Nervosität noch nichts zu merken. "Bei den meisten Zulieferern in Österreich sind aktuell keine Krisen absehbar", so Peter Kuen, Geschäftsführer Austrian Automotive Association. Dietmar Schäfer vom Autozulieferer ISI verweist darauf, dass die Probleme sehr markenspezifisch seien. "BMW steht gut da, VW hat ein überschaubares Minus, bei Opel ist es ein Horror", so Schäfer. Kuen sieht für die heimischen Zulieferer Marktchancen durch das Autoland Südkorea, dass die Produktion für Europa zusehens in den alten Kontinent verlegen würde. "Diese sind teilweise Kunden von österreichischen Zulieferern und hier ist auch ein großes Potenzial auszumachen", so Kuen. Außerdem würden die Österreicher auch in die Wachstumsmärkte gehen.

Kuen: "Beispiele von erfolgreichen Mehrmarktstrategien gibt es genug. Ob dies die Firmen ZKW oder Pollmann sind. Diese haben in Österreich ausgebaut, gleichzeitig Standorte in China geschaffen und im Konzern bessere Ergebnisse erzielt. Neue Märkte wie Russland oder Südamerika sind ebenfalls zu betrachten. Auch hier sind Investitionen aus Österreich geplant oder werden bereits getätigt."

Damit steht Österreich weit besser da als Westeuropa. Bis zu 75.000 Stellen sind dort in den nächsten vier bis fünf Jahren bedroht, geht aus einer Studie des Unternehmensberaters Roland Berger hervor. Besonders hart soll es Deutschland treffen, da es dort besonders viele Zulieferer gibt.

Dramatisch ist derzeit die Entwicklung am Nutzfahrzeugmarkt. Im Februar sackten die Neuzulassungen um 13,3 Prozent auf 109.331 Fahrzeuge ab. Das war der vierzehnte Rückgang in Folge. In Österreich gingen die Verkäufe im Vorjahresvergleich um 8,0 Prozent zurück. Im Krisenland Spanien brachen die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp ein Fünftel und in Italien gar um fast ein Drittel ein.