Österreichs Sporthandel wird umgekrempelt. Der österreichische Sporthandel ist im Umbruch. Marktführer Sport Eybl/Experts kämpft mit finanziellen Problemen und wird wohl demnächst verkauft. Am Donnerstag gaben die Einkaufsorganisation Sport 2000 und die zu Kastner &Öhler gehörende Gigasport-Gruppe ihre Kooperation bekannt. Die zur Spar-Gruppe zählende Sporthandelskette Hervis hat ein Joint Venture mit der französischen Go Sport Groupe.

Erstellt am 01. Februar 2013 (10:12)

Der "große Franzose" heißt Decathlon und ist auch als möglicher Käufer von Eybl/Experts im Gespräch. Der Diskontriese macht einen Umsatz von etwa 6 Mrd. Euro und verfügt über rund 600 Filialen. Decathlon arbeite mit vielen Eigenmarken und wenig Personal, so Sporthandels-Obmann Ernst Aichinger zur APA.

Schon länger versuchen die Franzosen in Österreich Fuß zu fassen, mit Eybl/Experts könnte der Einstieg gelingen. Für unwahrscheinlich hält Aichinger dagegen eine Übernahme durch die deutsche Intersport. "Der österreichische Markt ist besonders, das tun sich die Deutschen nicht an", glaubt der Branchenexperte.

Österreich hat eine hohe Dichte an Sporthandelsgeschäften, der Markt ist umkämpft, Preisschlachten stehen an der Tagesordnung. Die Margen seien in Österreich wesentlich geringer als in Deutschland. "Wir verkaufen aber doppelt so viel pro Kopf wie die Deutschen." Wenngleich viel in den Export gehe. Im vergangenen Jahr hat die Branche laut KMU Forschung Austria nominell 2,1 Prozent mehr umgesetzt, real ging sich eine schwarze Null aus. Die Statistik Austria kommt aufgrund anderer Datenlage auf ein reales Umsatzplus von 3,5 Prozent. Damit steht der Sporthandel wesentlich besser da als der Einzelhandel insgesamt - er setzt aber auch auf ein schwaches Jahr 2011 auf.