ÖVAG nach Abschreibung bis Juni nur knapp schwarz. Eine 24 Mio. Euro schwere Wertberichtigung auf Griechenland-Anleihen hat das Ergebnis der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) im ersten Halbjahr 2011 massiv belastet. Damit blieb unterm Strich ein Nettogewinn von nur 0,5 Mio. Euro, nach 14,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2010. Dies gab die ÖVAG am Donnerstag bekannt.

Erstellt am 25. August 2011 (13:51)

Eine 24 Mio. Euro schwere Wertberichtigung auf Griechenland-Anleihen hat das Ergebnis der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) im ersten Halbjahr 2011 massiv belastet. Damit blieb unterm Strich ein Nettogewinn von nur 0,5 Mio. Euro, nach 14,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2010. Dies gab die ÖVAG am Donnerstag bekannt.

Die Bank wird zur Zeit drastisch redimensioniert. Der Mitte Juli paktierte Verkauf der 51-prozentigen Ostbanktochter VBI (Volksbank International, außer Rumänien) an die russische Sberbank wird noch final verhandelt. Die Bank hielt heute fest, dass das Closing unverändert bis Ende 2011 statt finden soll. Ebenfalls für 2011 angestrebt ist der Verkauf des Pakets an der Raiffeisen Zentralbank (RZB).

Das operative Ergebnis sei zwar im zweiten Quartal 2011 mit 105 Mio. Euro gegenüber dem ersten Quartal 2011 (94 Mio. Euro) gestiegen. Es lag zum Halbjahr mit 199 Mio. Euro aber wegen der Reduktion der Geschäftsfelder unter dem Halbjahreswert vom Vorjahr (234 Mio. Euro). Der Periodenüberschuss vor Steuern für das erste Halbjahr 2011 ging wegen der Wertberichtigungen auf Wertpapiere (v.a. Griechenland-Bonds) von 45 auf 10,5 Mio. Euro zurück.

Der Bund wird indes für das vor mehr als zwei Jahren in die Volksbanken AG eingeschossene Staatsgeld wohl auch für heuer leer ausgehen. Die ÖVAG hat am Donnerstag eine Gewinnwarnung ausgegeben. Auf Konzernebene ist nach Worten von ÖVAG-Chef Gerald Wenzel das Ziel von mehr als 100 Mio. Euro Gewinn für 2011 gefallen, und auf AG-Ebene (für Dividenden relevant) wird zu wenig übrigbleiben, um genug auszuschütten.

1 Mrd. Euro PS-Kapital hat die Republik in der ÖVAG gezeichnet, dafür sollten ursprünglich erstmals für heuer rund 93 Mio. Euro Jahreszins ausgeschüttet werden. Die ÖVAG hat heute den Bund und andere Investoren gewarnt, dass man nicht oder nicht vollständig ausschütten werde. Der Bund hat das Recht, seine PS in Aktien zu wandeln - also seinen Anteil zu verstaatlichen - wenn die ÖVAG heuer die angekündigte erste Tranche von 300 Mio. Euro Staatsgeld nicht abschichtet und keine Dividende zahlt.