Parkpickerl: Grün-Schwarzes Match um Jahresticket in NÖ. Grüne Petrovic erneuerte Forderung nach einer 365-Euro-Jahreskarte. VP-Verkehrssprecher Hintner hält diese für "ungerecht".

Erstellt am 10. Oktober 2012 (13:13)
NOEN, GLEISS
In der längst Ländergrenzen überschreitenden Wiener Parkpickerl-Diskussion hat sich am Mittwoch ein grün-schwarzes Match in Niederösterreich entwickelt. Madeleine Petrovic (G) erneuerte ihre Forderung nach einem 365-Euro-Jahresticket für Öffis im Bundesland. Das "Wettern gegen Wien" werde das Verkehrsproblem nicht lösen, richtete sie Landeshauptmann Erwin Pröll (V) aus. Konter der Landes-ÖVP: Petrovic solle ihre Parteifreunde in Wien in die Pflicht nehmen.

"Schieben Sie nicht anderen den 'Schwarzen Peter' zu, Herr Landeshauptmann! Die Stadt Wien hat notwendige Maßnahmen gesetzt, um den Verkehrsmassen Herr zu werden", so Petrovic in einer Aussendung. Das Parkproblem der niederösterreichischen Pendler beginne nicht in Wien, sondern in Niederösterreich. Die NÖ Landesregierung sei demnach am Zug, die Situation zu verbessern. Petrovic: "Der Grüne Vorschlag für ein 365-Euro-Jahresticket für Öffis hätte das Problem an der Wurzel gepackt." Um nur einen Euro pro Tag würden wohl viele Pendler gern auf Öffentlichen Verkehr umsteigen. Leider habe die Volkspartei NÖ genau das verhindert.

Verkehrssprecher Hans Stefan Hintner (V) ließ das nicht so stehen, zumal der Vorschlag von Petrovic "ungerecht" sei. "Denn warum sollte jemand, der von Perchtoldsdorf nach Wien pendelt, genauso viel zahlen, wie jemand, der von Gmünd täglich nach Wien fährt", führte der Mandatar als Beispiel an. "Wir setzen daher lieber auf streckenabhängige Jahreskartentarife." Ziel seien machbare und gerechte Lösungen. Was Wien angehe, hätten gerade die Grünen "ihren Teil zur jetzigen Situation beitragen", weil sie trotz aller Warnungen die Erweiterung des Parkpickerls "durchgeboxt" hätten.