Matura mit Lehre in Ausarbeitung. Im September 2017 soll Pilot der „Matura mit Lehre“ gestartet werden. Konzept ist noch offen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 20. September 2016 (07:19)
Anita Kiefer, WKNÖ/Bollwein
Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (l.) und Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl.

„Junge Menschen brauchen eine gute Ausbildung, und die Wirtschaft braucht gute Fachkräfte.“ VP-Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner ist vom Stellenwert der Lehre in (Nieder-)Österreich überzeugt. Um das Angebot für Jugendliche zu erweitern, soll es 2017 gleich zwei Maßnahmen geben. Eine davon ist ein Pilotprojekt zur „Matura mit Lehre“, das im September starten soll, so Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz vor Journalisten.

Konzept soll noch heuer präsentiert werden

Das genaue Konzept werde in den kommenden Wochen ausgearbeitet, Details gebe es noch keine, heißt es auf Nachfrage aus dem Büro der Landeshauptmannstellvertreterin: „Wir sind gerade in Gesprächen mit allen beteiligten Akteuren.“ Das fertige Modell „Matura mit Lehre“ werde jedenfalls noch in diesem Jahr präsentiert.

Ebenfalls 2017 werden außerdem die Lehrstellenberater bei der Wirtschaftskammer NÖ aufgestockt. Diese haben vor allem die Aufgabe, bei Fragen zu helfen, im Konfliktfall zwischen Lehrling und Unternehmen zu vermitteln sowie Unternehmen dazu zu animieren, Lehrlinge auszubilden. 2009 sind die Lehrstellenberater ins Leben gerufen worden. Seither gab es rund 95.000 Informationskontakte, Betriebsbesuche und Besprechungen. Aktuell gibt es sechs Lehrstellenberater plus eine Karenzstelle. Auf welche Anzahl aufgestockt wird, ist allerdings noch offen. Gerade die Vermittlung im Konfliktfall sei besonders aufwändig, so Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl: Pro Konfliktfall sind im Durchschnitt zwölf Gespräche bis zum Abschluss des Falls notwendig.

Fakt ist jedenfalls, dass sich das Land NÖ auch künftig an der Finanzierung der Lehrstellenberater beteiligen wird. 100.000 Euro schießt das Land pro Jahr zur Finanzierung bei, das werde „auch weiterhin“ so sein, betonte Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (VP).