Erstellt am 28. Februar 2017, 00:04

von Anita Kiefer

Wirtschaftskammer NÖ: Von den Besten lernen. Wirtschaftskammer NÖ besuchte Unternehmen, Politiker und Kammer organisationen im wirtschaftlich erfolgreichen deutschen Bundesland Baden-Württemberg.

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl (l.) im Gespräch mit Baden-Württembergs Wirtschafts-Staatssekretärin Katrin Schütz.  |  Anita Kiefer

Die wirtschaftlichen Kennzahlen Baden-Württembergs können sich sehen lassen. Das deutsche Bundesland mit seiner Hauptstadt Stuttgart erzielte mit seinen 10,9 Millionen Einwohnern 2015 ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent. Die steigende Beschäftigtenzahl von 6,07 Millionen Erwerbstätigen geht mit einer sinkenden Zahl von 227.100 Arbeitslosen einher.

Baden-Württemberg hat aber auch mit ähnlichen Problemen wie NÖ – etwa mit dem Fachkräftemangel – zu kämpfen. Eine Delegation der Wirtschaftskammer NÖ stattete dem Raum Stuttgart einen Besuch ab, um sich die erfolgreichen Wirtschaftsstrategien an- und gegebenenfalls auch abzuschauen.

Großes Problem: Fachkräftemangel

Sei es die Porsche AG oder der deutsche Dachspezialist Bauder, der seit kurzem auch eine Niederlassung in Bruck/Leitha hat, – Fachkräftemangel trifft nahezu alle Branchen und Unternehmen, auch in Deutschland. Pro Jahr können Tausende Lehrstellen nicht besetzt werden.

Die genannten Unternehmen und auch die Politik vor Ort haben sich daher einiges einfallen lassen, um die Jugendlichen doch in eine Lehre in ihren Betrieb zu holen: von finanziellen Anreizen der Betriebe wie der Mitfinanzierung von Weiterbildung über politische Bemühungen wie Schulpartnerschaften mit Betrieben, bei denen jede Schule mit mehreren Firmen kooperiert, um den Schülern die praxisnahe Ausbildung einer Lehre schmackhaft zu machen.

Die WKNÖ-Vizepräsidenten Dieter Lutz (v. l.) und Christian Moser mit Firmenchef Gerhard Bauer im Produktionsstandort des Dachspezialisten Bauder in Stuttgart.  |  Anita Kiefer

Besonders, was die Unternehmenskultur angeht, will sich Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl von den Deutschen einiges abschauen. „Es gibt einen intensiven Kontakt mit den Mitarbeitern, auf Wertschätzung, Aus- und Weiterbildung wird großer Wert gelegt. Das ist vorbildlich.“

Einige Ideen, wie etwa, dass Lehrlinge in Schulen gehen und von ihren Erfahrungen in der Ausbildung erzählen, will Zwazl möglicherweise auch bei uns umsetzen. Auch deutsche Modelle wie das einer Teilzeit-Ausbildung und eines dualen Studiums will man sich näher ansehen. Das Gesehene soll jetzt in den WKNÖ-Sparten präsentiert werden. Danach will man gemeinsam überlegen, wie sich die Ideen umsetzen lassen.