Holzdiesel-Labor kommt nach Niederösterreich. 30 Millionen für Forschungsanlage, die Gas und Diesel aus Holz marktfähig machen sollen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 20. Juli 2020 (16:40)
Ministerin Elisabeth Köstinger besichtigte mit Franz Titschenbacher die Holzdiesel-Versuchsanlage der TU Wien, Studienautor Hermann Hofbauer erklärte die vielversprechenden Ergebnisse.
BMLRT/Paul Gruber

Wohin mit dem Schadholz? Diese Frage stellt sich für borkenkäfer-geplagte Forstwirte seit Jahren. Auf der Suche nach Antworten erarbeitete die Technische Universität Wien eine Studie, die zeigt, dass die Eigenversorgung der Land- und Forstwirtschaft mit Holzdiesel und Holzgas technisch möglich ist. Aus vier Kilo Holz lassen sich ein Liter Diesel oder vier Kubikmeter Gas produzieren.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger gab jetzt grünes Licht für die Errichtung einer Forschungsanlage. Sie wird im Westen Niederösterreichs stehen, wo genau, ist aber noch nicht fix. 30 Millionen Euro stellt das Ministerium dafür aus dem Waldfonds zur Verfügung.

„Neben dem bewährten Einsatz von Biomasse in Heizungen, Fernwärme oder Stromproduktion sind Holzgas und Holzdiesel weitere nachhaltige Alternativen mit viel Potenzial“, erklärt Köstinger. Im geplanten Forschungszentrum soll die Erzeugung von Holzgas zur Einspeisung ins Erdgasnetz sowie von Holzdiesel zur Marktreife geführt werden. Der Vorteil: Holzdiesel ist wie fossiler Diesel einsetzbar, der Fuhrpark muss also nicht umgerüstet werden.

Über das Projekt freut sich auch Biomasseverband-Präsident Franz Titschenbacher: „Mit Holzdiesel können wir die Versorgung der Bevölkerung und Wirtschaft mit Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen auch nach dem Ausstieg aus Erdöl sicherstellen.“