Initiative für Langzeitarbeitslose. Land NÖ startet mit dem AMS NÖ Projekt zur Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 05. Oktober 2016 (05:52)
NLK/Filzwieser, NLK/Reinberger
Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und AMS NÖ-Chef Karl Fakler wollen rund 150 Langzeitarbeitslose über das Projekt „Jobchance Netzwerk Arbeitsplatz Niederösterreich“ in eine fixe Beschäftigung bringen.
 

12.650 Langzeitarbeitslose – also Personen, die länger als zwölf Monate arbeitslos gemeldet sind, – gab es im August 2016 in Niederösterreich. Ein Plus von 36,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Rahmen des im Juli geschlossenen Beschäftigungspakts zwischen Land NÖ, AMS und Sozialministerium soll nun als eine der ersten Maßnahmen der Langzeitarbeitslosigkeit der Kampf angesagt werden.

Netzwerktreffen mit Unternehmen

Im Jänner 2017 startet daher die Umsetzung der Initiative „Jobchance Netzwerk Arbeitsplatz Niederösterreich“. Dabei sollen bei regionalen Netzwerktreffen Unternehmen, die Beschäftigte suchen, mit Langzeitarbeitslosen zusammengebracht werden. Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit Unternehmen kommt von der Wirtschaftskammer NÖ.

Die Teilnahme an den Netzwerktreffen ist für die Langzeitarbeitslosen verpflichtend. So würden auch diejenigen schnell identifiziert werden können, denen es am Willen zur Beschäftigung fehlt, betonte VP-Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner. Nach dem Netzwerktreffen sollen Langzeitarbeitslose in Form einer Arbeitskräfteüberlassung für vier Monate bei Männern und sechs Monate bei Frauen den Unternehmen überlassen werden.

Eine Art „verlängertes Probemonat“

Überlasser und somit Arbeitgeber ist der Verein Jugend und Arbeit, ein langjähriger Partner des AMS NÖ. Land und AMS NÖ fördern die Lohn- und Lohnnebenkosten zu 60 Prozent (40 Prozent AMS, 20 Prozent Land). Im Zeitraum der Überlassung muss das Unternehmen also nur 40 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten tragen. Investiert werden dafür im kommenden Jahr 3,25 Millionen Euro.

Das Ziel ist, 2017 300 Personen so zumindest für diese vier oder sechs Monate in Beschäftigung zu bringen. AMS NÖ-Chef Karl Fakler bezeichnete diesen Zeitraum als eine Art „verlängertes Probemonat“. 50 Prozent der Projektteilnehmer sollen im Anschluss daran in fixe Beschäftigung gebracht werden.