Projekt kleinster Windpark der Welt. In Lichtenegg in der buckligen Welt existiert ein einmaliger Standort zur Erprobung und Vermessung von Kleinwindkraftanlagen. Der Standort bietet ausgezeichnete Windverhältnisse und bringt mit Winterstürmen die aufgestellten Anlagen oft bis zur Belastungsgrenze.

Erstellt am 10. Juni 2014 (12:01)
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Mit einer Windmessung und Leistungskennlinienvermessung (sagt aus, wieviel Leistung bei welchen Windgeschwindigkeiten erzeugt wird) bietet der Standort die in Österreich einzigartige Möglichkeit einer neutralen Vermessung und Langzeitbeobachtung der Anlage.

Nach mittlerweile drei Jahren Projekt-Laufzeit lässt sich ein erstes Gesamt-Fazit ziehen: Vier der elf getesteten Anlagen schneiden in den Kategorien „Betriebsfestigkeit“ und „Energieerträge“ gut oder sogar sehr gut ab. Zwei Anlagen lieferten befriedigende Ergebnisse, die restlichen Anlagen schnitten unterdurchschnittlich ab.   

"Kleinwindkraft steckt noch in den Kinderschuhen"

 
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„Mit dem Energieforschungspark Lichtenegg unterstützen wir die Entwicklung dieser noch jungen Technologie. Da die Kleinwindkraft noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es ein beachtliches Verbesserungs- und Entwicklungspotential. Vor allem neue Entwicklungen gehören vor einem Markteintritt ausgiebig getestet – genau das bietet der Standort in Lichtenegg. Als Qualitätsanbieter evaluieren wir für unsere Kunden die am Markt verfügbaren Kleinwindräder, um künftig Anlagen mit entsprechender Qualität empfehlen zu können“, erläutert EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr.

Nach der ersten erfolgreichen Projektphase geht es nun in die nächste Runde. Die EVN kooperiert im Zuge dieses Projekts auch diesmal mit Partnern aus Industrie und Forschung. Das Projekt wird von Land Niederösterreich und Land Oberösterreich gefördert. 

Energieforschungspark als Ausflugsziel

Landesrat Dr. Stephan Pernkopf begrüßt die Fortführung des Projektes: „Gerade zum internationalen Tag des Windes am 15. Juni ist der Energieforschungspark in Lichtenegg ein spannendes Ausflugsziel. Die Kleinwindkraft ist eine herausfordernde Disziplin. Mit dem Forschungsprojekt, das auch die Kombination der Kleinwindkraft mit Batteriespeicher erprobt, setzen wir einen wichtigen Schritt, um weitere notwendige Erkenntnisse zu sammeln.“

 
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„Mit dem Energieforschungspark unterstreichen EVN und Land NÖ erneut das offene Zugehen gegenüber technischer Innovationen. Ich lade alle ein, die sich für diese Technik interessieren, sich bei uns vor Ort ein Bild zu verschaffen“, so Landtagsabgeordneter Franz Rennhofer.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Kleinwindkraftanlage anzuschaffen, ist gut beraten, sich im Vorfeld ausgiebig zu informieren.  Zumindest sollte man sich die Fragen stellen, ob die Windverhältnisse am geplanten Standort ausreichend sind und ob der Mindestabstand zu Gebäuden gegeben ist. Auch die Wahl der Windkraftanlage sollte gut überlegt sein. Nicht alle Anlagen halten, was sie versprechen.

 

Der EVN Energieforschungspark im Detail


Vor knapp drei Jahren nahm der EVN Energieforschungspark in der Gemeinde Lichtenegg, in der Buckligen Welt, seinen Betrieb auf. Die EVN errichtete am Standort einer bestehenden Großwindradanlage einen Teststandort für Energiespeicher, Kleinwindrad- und Photovoltaikanlagen. Untersucht wurde das Zusammenspiel von Wind- und Sonnenenergie (Photovoltaik) in Kombination mit einem Energiespeicher.
Gefördert wurde dieses Pilotprojekt aus Mitteln des Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms „NEUE ENERGIEN 2020“. Die Investitionen beliefen sich auf zirka 450.000 Euro.
 
Im Rahmen des Projekts konnten elf unterschiedliche Kleinwindkraftanlagen in Kombination mit einer
15 kWp-starken Photovoltaikanlage aufgebaut und getestet werden. Ziel war es, herauszufinden, welche Anlagen für den Einsatz bei den Kundinnen und Kunden der EVN am Besten sind. Gleichzeitig wurde ein neuartiger Speicher, eine Vanadium-Redox Batterie, mit einer Leistung von 10 kW und einem Energieinhalt von rund 100 kWh erprobt.
 
In dem Energieforschungspark wurden periodisch Stromproduktion und Jahresertrag von verschiedenen Kleinwindkraftanlagen gemessen und diese mit den Soll-Erträgen verglichen. Zudem wurde das Potenzial derartiger Anlagen, sowie die dadurch entstehenden Anforderungen an das Stromverteilnetz ermittelt. Das Pilotprojekt war auf drei Jahre ausgelegt.
Der richtige Partnermix aus AEE, Energiewerkstatt, EVN, Solvento und Wicon unter der Projektleitung ÖGUT und vor allem das unentgeltliche zur Verfügung stellen der Kleinwindräder von den insgesamt neun Kleinwindradherstellern bzw. Händlern waren die erfolgreiche Grundlage für dieses Projekt.