Raiffeisen stellt Kapitalerhöhung in den Raum. Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Donnerstag die Katze aus dem Sack gelassen: Im Ausblick für das Gesamtjahr 2011 wird erstmals bestätigt, dass eine Eigenkapitalstärkung geprüft wird. Dabei sei auch "eine Kapitalerhöhung innerhalb der nächsten 12 Monate eine mögliche Option", teilte die Bank mit.

Erstellt am 25. August 2011 (11:32)

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Donnerstag die Katze aus dem Sack gelassen: Im Ausblick für das Gesamtjahr 2011 wird erstmals bestätigt, dass eine Eigenkapitalstärkung geprüft wird. Dabei sei auch "eine Kapitalerhöhung innerhalb der nächsten 12 Monate eine mögliche Option", teilte die Bank mit.

Im ersten Halbjahr 2011 hat die RBI einen Nettogewinn von 615 Mio. Euro ausgewiesen. Das ist ein Zuwachs um 30,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Zur Höhe und zum Zeitrahmen des in Aussicht gestellten weiteren Börseganges wollte RBI-Chef Herbert Stepic allerdings noch keine detaillierten Angaben machen. Zeitpunkt und Ausmaß würden vielmehr vom Wirtschaftswachstum und der weiteren Entwicklung der Börsen abhängen.

Ein Teil der geplanten Kapitalerhöhung könnte der Stärkung der Finanzstruktur im Hinblick auf die schärferen Eigenkapitalvorschriften durch Basell III dienen, so Stepic weiter. Die Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals bezeichnete Stepic als weitere "Teiloption". Einen Zeitplan dafür gebe es nicht.

Stepic schätzt die Ansteckungsgefahr durch die Schuldenkrise in einigen Ländern der Eurozone auf die Kernmärkte der RBI in Zentral- und Osteuropa als gering ein. "Wir sehen weniger einen Zahlungsausfall von Italien, das ist 'too big too fail', aber je länger sich der Druck auf das europäische Bankensystem fortsetzt, desto eher wird sich das Wirtschaftswachstum verlangsamen. Das ist das Problem, das Überspringen auf die Realwirtschaft, vor dem fürchten wir uns", sagte Stepic bei der Halbjahresbilanzpressekonferenz.

Osteuropa, wo die RBI 70 bis 80 Prozent ihrer Betriebserträge macht, sei kaum oder sehr wenig von den Problemen der Peripherieländer beeinflusst. Die Ansteckungseffekte seien jetzt deutlich geringer als zu Beginn 2010. Es gebe aber Handelsbeziehungen der südosteuropäischen Länder zu Italien und Griechenland und es gebe das Problem des Schweizer Franken für Ungarn, Polen und Rumänien. "Das ist ein Bedrohungspotenzial", so Stepic.