Regionale Gartenbetriebe unterstützen. Die Corona-Krise hat den österreichischen Gartenbau in seiner wichtigsten Verkaufsperiode getroffen. Mit der Öffnung kleinerer Betriebe ab nächster Woche ist ein wenig Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die NÖ-Landwirtschaftskammer ruft Konsumenten dazu auf heimische Gärtnereien zu unterstützen, viele haben einen Onlineshop und liefern.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 07. April 2020 (17:04)
Gino Santa Maria/shutterstock.com

Gärtnereien und Betriebe, die Gartencenter, Baumärkte oder Floristen beliefern, haben derzeit aufgrund der geschlossenen Geschäfte kaum Absatzmöglichkeiten. Auch der Blumenschmuck, der in der Osterzeit sonst für Veranstaltungen wie etwa Kirchenfeste zur Verfügung gestellt wird, fällt größtenteils aus.  

Für die Gärtnerei Schmidl etwa, die zwei Standorte in Gaubitsch und Mistelbach betreibt ist die Situation sehr schwierig. „Beide unserer Geschäfte sind momentan geschlossen. Wir haben einen Online-Shop eingerichtet und liefern aus. Das ist dreimal so viel Arbeit, macht aber nur einen Bruchteil des sonstigen Umsatzes aus“, erzählt Inhaberin Cornelia Schmidl. Ein Lichtblick: Die geplante Öffnung der kleinen Geschäfte nächste Woche. „Wir haben schon sehr viele Telefonanrufe bekommen, ob wir da auch dabei sind. Ich glaube, dass es dann schnell wieder bergauf gehen wird“, so Schmidl.

NÖ Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager ruft dazu auf, gerade jetzt rund um Ostern heimische Gartenbetriebe zu unterstützen.
Franz Gleiß

Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager kritisiert, dass der Lebensmitteleinzelhandel auch derzeit meist Pflanzenmaterial und Blumen ausländischer Herkunft anbieten würde. In einem Schreiben an einige Ketten forderte er dazu auf „Pflanzmaterial und Blumen von heimischen Gärtnerinnen und Gärtnern anzubieten“ und appelliert dahingehend auch an die Konsumenten.
Viele Gärtnereien und Floristen bieten etwa Online-Shops oder telefonische Bestellmöglichkeiten inklusive Lieferservice an.

Wolfgang Praskac von Praskac Pflanzenland hofft auf eine bessere Kaufstimmung ab nächster Woche.
Praskac Pflanzenland GmbH

Produzierende Betriebe, also Gartenbaubetriebe und Baumschulen, sind von der derzeitigen Schließung der Geschäfte ausgenommen, ein Honigschlecken ist es aber auch für sie nicht. „Von März bis Mitte Mai ist unsere absolute Hauptverkaufszeit. Was wir jetzt nicht verkaufen, verkaufen wir auch nachher nicht. Ich darf zwar offen haben, das ändert aber nichts daran, dass die Kauflust der Leute momentan stark gedämpft ist,“ so etwa Wolfgang Praskac vom Gartenbaubetrieb Pflanzenland Praskac in Tulln.

„Ich erhoffe mir, dass mit der Öffnung der kleineren Geschäfte nächste Woche eine insgesamt bessere Kaufstimmung herrschen wird. Diese Maßnahme ist auch für uns volkswirtschaftlich lebensnotwendig. Heuer läuft unser Onlineshop noch besser als in den letzten Jahren, trotzdem gleicht er das Minus im Umsatz bei weitem nicht aus. Wir beliefern hauptsächlich Gartengestalter und hatten durch die derzeitige Situation massive Einbußen.“

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