Damit das Christkind heuer in NÖ shoppt

Mit einer Onlineshop-Plattform und einer Kauf-Regional-Kampagne will das Land NÖ mit ecoplus und der Wirtschaftskammer NÖ die NÖ-Händler in der umsatzwichtigen Weihnachtszeit unterstützen und die Landsleute zum regionalen Onlineshopping motivieren. Der 4. Lockdown werde den Aufschwung jedenfalls nicht aufhalten, ist sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sicher.

Erstellt am 24. November 2021 | 16:43
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Im 4. Lockdown werden viele ihre Weihnachtseinkäufe online erledigen. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher wollen heuer im Schnitt 340 Euro dafür ausgeben.
Foto: APA/Georg Hochmuth

Rosige Wirtschaftsaussichten, eine Beschäftigungsquote wie zuletzt im Oktober 2019 und so viele freie Arbeitsstellen wie schon lange nicht mehr: Niederösterreichs Wirtschaft ist ausgebremst. Der 4. Lockdown hat den für heuer prognostizierten Wirtschaftswachstum mit 4,8 Prozent für Niederösterreich vorerst gestoppt.

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Mit der Plattform www.regional-kaufen-noe.at wollen Land, ecoplus und Wirtschaftskammer NÖ den regionalen Online-Handel stärken. v.l.: Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker, Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki.
NLK Filzwieser

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigt sich aber zuversichtlich. "Der weitere Aufschwung nach Endes des vierten Lockdowns ist nicht aufzuhalten - er wird sich fortsetzen", sagt sie und appelliert einmal mehr an die Menschen, sich die Corona-Impfung zu abzuholen. Das sei der wesentliche Beitrag zur Eindämmung der Pandemie.

"Lockdown war nicht zu vermeiden"

Besonders bitter sei der Lockdown für Unternehmerinnen und Unternehmen, die sich akribisch an die alle Vorgaben gehalten haben. "Die Betriebe haben Großartiges geleistet", sagt Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger. Sie müssten jetzt aber fürchten, dass sie um einen Großteil ihres Weihnachtsgeschäft kommen. "Trotzdem war dieser Lockdown nicht zu vermeiden", so Danninger.

"Rasch" und "unbürokratisch" soll deshalb den Betrieben geholfen werden, sagt Danninger. Neben altbekannten Wirtschaftshilfen vom Bund wie Verlustersatz, EPU-Fonds, Ausfallbonus, Schutzschirm für Veranstalter bis hin zur Kurzarbeit sollen Unternehmen stützen, hat das Land NÖ die Möglichkeit von Nachrangdarlehen bis Ende Juni 2022 verlängert und übernimmt Haftungen bzw. beteiligt sich an Covid-19-betroffenen Unternehmen über die NÖBEG.

Wie im Vorjahr bewirbt das Land Niederösterreich in einer Kampagne gemeinsam mit seiner ecoplus Wirtschaftsagentur und der Wirtschaftskammer NÖ das regionale Onlineshopping bei NÖ-Händlern: "Das Christkind fährt nicht fort, fliegt auf Geschenken in unserem Ort" titelt die Online-Plattform, die über Verlinkungen 1.600 Händler mit Onlineshops in Niederösterreich listen soll. "Wir wollen dem internationalen Onlinehandel Parole bieten, das Bewusstsein für den regionalen Einkauf stärken und die Wertschöpfung in Niederösterreich sichern", sagt Mikl-Leitner. Mittelfristig soll damit der stationäre Handel abgesichert werden.

340 Euro für Weihnachtsgeschenke im Schnitt

"Diese großen Online-Giganten sollen nicht unseren heimischen Händler das Weihnachtsgeschäft wegschnappen", sagt Danninger. Jeder, der guten Willens den Nö-Handel unterstützen will, finde über die Plattform eine Möglichkeit das auch zu tun. Das Weihnachts-Geschäft ist für den Handel die umsatzstärkste Zeit. Im Schnitt wollen die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher heuer 340 Euro für Geschenk ausgeben. 

"Die aktuelle Schließung trifft den Handel in denkbar schlechtester Phase", sagt WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker. Der Handel verliere drei Einkaufssamstage und den 8. Dezember. "Das kann der Handel nicht mehr gut machen." Man werde schwierig den 229 Millionen Euro-Umsatz im Jahr 2020 halten können. Das Vorkrisenniveau, das in den ersten drei Quartalen heuer erreicht wurde, gehen dem Handel durch den Lockdown wieder verloren. Die Umsatzausfälle pro Tag belaufen sich laut Johannes Kepler Universität Linz für den NÖ-Handel auf 25 Millionen Euro - pro Tag.

Sonntagsöffnung für Handel am 19. Dezember 

Von allgemeinen Lieferengpässen - wie Medien berichtetet - sei keine Rede. "Ich kann Ihnen versichern, unsere Händler haben genug Ware auf Lager", sagt Ecker. Die Kombination von Online und Stationär sei besonders wichtig und mache Händler zukunftsfit. 

Eine etwaige Sonntagsöffnung für den Handel am 19. Dezember (oder danach) werde jedenfalls gerade von den Sozialpartnern debattiert, sagte Ecker auf eine Journalistenfrage zu einem Medienbericht.

Adventkalender und Gewinnspiel als Goodie der Christkind-Kampagne

Neben der Suchmöglichkeit nach Onlineshops von Händler in Niederösterreich über weiterführende Links auf der Website "Niederösterreichs Handel – Kooperationspartner des Christkinds" gibt es Gewinnspiel und einen virtuellen Adventkalender. "Wir stellen stellvertretend für die engagierten Händler jeden Tag ein Unternehmen aus Niederösterreich vor", sagt ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki.