Rubner baut höchstes Holzhaus. Ober-Grafendorfer Firma errichtet 65-Meter-Hochhaus in der Hamburger Hafen-City. Fertigstellung: 2023.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 16. Dezember 2020 (05:10)
Hochhaus aus Holz: Die Ober-Grafendorfer Firma Rubner-Holzbau errichtet einen 65 Meter hohen Holzbau in der Hamburger Hafen-City.
Garbe Immobilien-Projekte

Die Hamburger Hafen-City ist gegenwärtig eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte Europas. Hier entstehen an die 10.000 Wohnungen und Büros für knapp 50.000 Menschen. Eines der architektonischen Wahrzeichen als Entree für das Elbbrückenquartier wird „Roots“ – das höchste Holzhaus Deutschlands und eines der höchsten Europas. Errichtet wird der 65 Meter hohe Bau von Rubner-Holzbau aus Ober-Grafendorf (Bezirk St. Pölten).

„Roots steht für unsere Vision, die Stadt mit dem Baustoff Holz klimaneutral nachzuverdichten“, erläutert Fabian von Köppen, Geschäftsführer der Garbe Immobilien-Projekte GmbH, den Namen der künftigen Hamburger Landmark. „Roots“ besteht aus einem zweistöckigen Sockelgeschoß und zwei Bauteilen, die darauf aufgesetzt sind – ein 16-stöckiger Holzturm sowie ein sechsstöckiges L-förmiges Holzgebäude. Darin untergebracht sind die Ausstellungsräume der Deutschen Wildtierstiftung, die Verwaltungsbüros sowie 181 Wohnungen. Dafür investiert werden insgesamt 140 Millionen Euro.

5.500 Kubikmeter Nadelholz verbaut

Bei der technischen Realisierung setzen die Architekten von Störmer Murphy and Partners GbR auf Hybridbauweise. Lediglich Unter- und Erdgeschoß des Hochhauses sowie die Treppenhäuser und Liftschächte sind in Stahlbetonbauweise geplant. Vorgefertigt werden die Außenwände sowie die Massivholzdecken in Ober-Grafendorf. Durch eine zweite Fassade aus Glas sind Brandschutz, UV-Schutz und Feuchteschutz gewährleistet. Alle nichttragenden Wände des Gebäudes werden im klassischen Trockenbau erstellt. Insgesamt werden 5.500 Kubikmeter Nadelholz verbaut – so viel Holz, wie in Deutschland in 23 Minuten nachwächst.

Damit der Bau technisch den Ansprüchen gerecht wird, wurde Rubner-Holzbau bereits früh in die architektonische Planung eingebunden. Für die Ober-Grafendorfer Firma habe „die umfassende Expertise im Ingenieurholzbau wie in der Projektdurchführung“ gesprochen, betont von Köppen.

„Wir sind sehr glücklich, uns nach einer langen Akquisephase der aktuell spannendsten Holzbauaufgabe stellen zu dürfen“, freut sich Rubner-Geschäftsführer Andreas Fischer. Die erweiterte Holzbauweise von Turm und Riegel werde das architektonisch sichtbare Merkmal und stilprägende Element dieses Gebäudekomplexes sein. Der Rohstoff Holz habe im Umfeld der Hamburger Hafen-City starken Symbolcharakter und setze neue Maßstäbe bei der Gestaltung und Verdichtung dieses urbanen Lebensraums. Mit den Bauarbeiten wurde bereits vor einigen Tagen begonnen. Die Holzbauarbeiten vor Ort sind von 2022 bis 2023 vorgesehen, die Eröffnung ist Ende 2023 geplant.