Georg Strasser: „Fleisch-Betriebe gehören zur Kulturlandschaft“

Erstellt am 15. Mai 2022 | 05:20
Lesezeit: 2 Min
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Bauernbund-Präsident Georg Strasser sieht in der Fleischproduktion einen wesentlichen Bestandteil für die Errichtung der österreichischen Kulturlandschaft. Foto: Bauernbund
Foto: NOEN
Fleisch-Produktion ist für Bauernbund-Präsident Georg Strasser besser als ihr Ruf. In der Landwirtschaft wurde der Treibhausgas-Ausstoß um 16 Prozent gesenkt, rechnet er vor.
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Fleischkonsum – speziell der von Rind – gilt als klimaschädlich. Bauernbundpräsident Georg Strasser bricht nun eine Lanze für die Fleisch-produzierenden Betriebe: „Das ist ein wesentlicher Teil der österreichischen Landwirtschaft und damit auch Teil der Kulturlandschaft“, meint er.

Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren den Treibhausgas-Ausstoß um 16 Prozent gesenkt, während zum Beispiel der Verkehr rund 45 Prozent zusätzlichen Treibstoffgas-Ausstoß verursacht, rechnet Strasser vor. Genau aus diesem Grund ergibt sich für den aus dem nördlichen Bezirk Melk kommenden Bauernbund-Präsident, dass die Fleischproduktion nicht unbedingt als klimaschädlich bezeichnet werden kann.

Im Gegenteil: Wiesen und Almen wären ohne Wiederkäuer kein Grünland, es gäbe sie in der gewohnten Form nicht. Das wäre auch für das Gesamtpaket Österreich im Bereich des Tourismus fatal. Auch im internationalen Vergleich sei Österreichs Landwirtschaft sehr nachhaltig und liege in diesem Bereich auf dem dritten von insgesamt 70 Plätzen.

"Qualität steht im Vordergrund"

Qualität steht bei der österreichischen Fleischproduktion längst im Vordergrund und ist auch im Zunehmen, sei es durch das AMA-Gütesiegel oder im Bio-Bereich. Georg Strasser hält fest, dass durch eine rasche Reaktion auf geänderte Konsumgewohnheiten der Fleischkonsum zwar sinke, ein qualitatives Wachstum sei aber vorhanden.

Von Agrarindustrie könne man in Österreich absolut nicht sprechen, dafür seien allein die Betriebsgrößen der Beweis. Während in Österreich der durchschnittliche Betrieb über 20 Hektar verfügt, seien es zum Beispiel in Bayern 60 Hektar, sagt Strasser.

Die Struktur der Familienbetriebe will der Bauernbund-Präsident weiterhin unterstützen und er ersucht auch die Konsumenten, das zu tun: „Das dämpft auch den Strukturwandel, denn jeder landwirtschaftliche Betrieb ist für die österreichische Wirtschaft wertvoll.“