S8 im ersten Abschnitt vor UVP. Der Bau der Marchfeld-Schnellstraße S8 wird konkreter: Morgen, Dienstag, wird die Asfinag die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) für den Abschnitt West - von der zu errichtenden S1-Anbindung bis Gänserndorf - einreichen

Erstellt am 18. Juli 2011 (13:47)
Das verkündeten Verkehrsministerin Dores Bures (S) und Landeshauptmann Erwin Pröll (V) bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. Ab 2014 sollte gebaut und die 14 Kilometer lange Strecke 2016 für den Verkehr freigegeben werden. Das Land NÖ wird das 310 Mio. Euro teure Projekt mit 45 Mio. Euro vorfinanzieren, so Pröll. 2012 sollen die Grundeinlösungen erfolgen, im Jahr darauf die archäologischen Grabungen.

Der Anschluss an die S1 werde durch die vorliegende Vereinbarung zwischen dem Bund und Wien gewährleistet. Bures zählte die S1 (Wiener Außenring-Schnellstraße) als Regionalring um Wien in Verbindung mit der S8 zu den prioritären Infrastrukturprojekten Österreichs. Die öffentliche Auflage für das Gesamtprojekt S1 werde im Herbst starten. Der zehn Kilometer lange Abschnitt Süßenbrunn - Groß-Enzersdorf werde vorgezogen und 2016 eröffnet. Für den Abschnitt Groß-Enzersdorf - Schwechat mit dem Lobau-Tunnel rechnete die Ministerin mit einem Baubeginn 2018 und der Freigabe 2025. Für den 20 Kilometer langen Abschnitt Ost von Gänserndorf bis zur Staatsgrenze zur Slowakei bei Marchegg seien die Planungen im Gang und ein Bau ab 2016 möglich.

Die Kosten dafür bezifferte Pröll mit 300 Mio. Euro. Gebaut wird eine vierspurige Autobahn mit Pannenstreifen. Der Weiterbau der S8 werde in enger Abstimmung mit der Slowakei vorgenommen, so Bures. Pröll erwartet sich Effekte für die Pendler durch eine bessere Anbindung des gesamten Marchfeldes, die unbedingt notwendig sei, sprach er vom Raum Wien-Bratislava als einer der dynamischsten Regionen in Europa. Die Schnellstraße werde aber auch die Gemeinden entlasten: Derzeit rollen auf der B8 durch Deutsch-Wagram 25.000 Kfz täglich, durch den dortigen Schotterabbau bedingt sind es bei Raasdorf 3.000 Lkw pro Tag.

Dass hochrangige Straßen Entlastung bringen, werde am Beispiel der im Oktober 2010 eröffneten Donaubrücke bei Traismauer deutlich, nannte der Landeshauptmann eine Reduktion des Schwerverkehrs auf der B19 bei St. Christophen um 48 und auf der B1 bei Pottenbrunn um 35 Prozent. Es gehe um intelligente, kosteneffiziente Verkehrslösungen, die Standort- und Lebensqualität in den Regionen bringen, betonte Bures. Bis 2016 würden in Niederösterreich drei Mrd. Euro in die Schiene (Bahnhöfe, Westbahn, Pottendorfer Linie u.a.) und 1,2 Mrd. Euro in die Straße investiert. Am Rande der Pressekonferenz sagte Pröll zum Thema Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen, dass NÖ eine positive Stellungnahme zum entsprechenden Gesetzesentwurf eingebracht habe.