Von der Zucht bis zur Verarbeitung. Bei den Harolds in Sitzenberg-Reidling dreht sich beruflich alles um sauguade Schweine.

Erstellt am 29. September 2017 (16:34)
Harold, Harold
Die Harolds, Manuel, Julian, Johann und Ilse, setzen auf Top-Qualität. So arbeiten sie auch nach den Richtlinien des Qualitätsprogramms „Gutes vom Bauernhof“, das in NÖ 170 Mitgliedsbetriebe zählt. Diese stehen für besonders qualitätsvolle, bäuerliche Direktvermarktung. Sie garantieren, dass die Produkte aus bäuerlicher Herkunft stammen, unter Einhaltungaller gesetzlichen Hygiene- und Produktionsstandards erzeugt werden und daher von höchster Qualität sind.

Bevor es in den Stall zu den Schweinen geht, heißt es den Schutzanzug überziehen und in die Stallstiefel reinschlüpfen. Das muss sein, ohne Ausnahme, denn nur durch konsequente Hygiene kann man das Einschleppen und Übertragen von Krankheiten unterbinden.

Viel Licht und ein für die Tiere perfektes Stallklima gibt es im Maststall, die strengen Richtlinien für das AMA Gütesiegel geben das genau vor. Auch an Beschäftigungsmaterial für die Schweine wurde gedacht: Mit dem Strohraufen und einem Holzstück, das an einer Kette baumelt, wird immer wieder gespielt. „Wir züchten, mästen und verarbeiten“, erzählt der Junior Manuel Harold beim Stall- rundgang, dem ersten heute, gefolgt von zwei weiteren, tagtäglich. „So erkenne ich sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist“, begründet er.

Familienbetrieb mit sauguadem Teamwork

Manuel ist übrigens im Familienbetrieb gemeinsam mit der Oma Ingeborg vorrangig für die Arbeit in den Ställen zuständig, der Opa Johann sen. schaut, dass auf den Feldern alles passt, Vater Johann und Bruder Julian zerlegen und verarbeiten das Fleisch und Mutter Ilse ist die Verkaufschefin im Hofladen. Wenn Not am Mann und an der Frau ist, wird natürlich überall mitgeholfen.

Zurück zur Zucht und Mast. Hier am Hof in Sitzenberg-Reidling sind 90 Muttersauen zu Hause, die 115 Tage nach der Besamung ihre Ferkel zur Welt bringen. Zu diesem Zeitpunkt ist jede Muttersau schon im Abferkelstall, quasi der Geburtenstation am Hof, in einem separaten Ferkelschutzkorb – eine Haltung, die sein muss, um die kleinen Ferkel davor zu schützen, von der Muttersau erdrückt zu werden.

Christiane Buchecker
Manuel im Maststall bei den zirka 60 Kilogramm schweren Schweinen.

„Drei Wochen dauert die Säugezeit“, erklärt Manuel. Es fällt auf, dass es im Stall zwei Klima-Zonen gibt: Während es nämlich die Muttersauen angenehm kühl wollen, schätzen die Ferkel die Wärme, so um die 30 Grad. Und deshalb ziehen sie sich, wenn sie nicht gerade gierig an den Zitzen der Mutter Milch saugen, in ihre Ferkelnester unter die wärmenden Infrarotlampen zurück.

Christiane Buchecker
Fressenszeit: Das Futter stammt von den eigenen Feldern.

Mit zirka 30 Kilo kommen die Ferkel in den Maststall – bis sie 120 Kilo schwer sind und somit das ideale Schlachtgewicht haben. Die Schweine für den Hofladen, den die Harolds vor neun Jahren eröffnet haben, werden außer Haus geschlachtet, die Schweinehälften schließlich hier am Hof zerlegt: Da gibt es dann zum Beispiel frisch eine Nuss, eine Schulter und einen Schopfbraten, ein Karree und einen Lungenbraten. Verarbeitet wird unter anderem zu Salami, Leberkäse, Würstl wie Frankfurter, Knacker und Käsekrainer und auch ausgezeichnet (oftmals, und zwar von 2012 bis 2017 durchgehend mit dem Speckkaiser und 2016/2017 mit der Speckkrone) geselcht.

Christiane Buchecker, Christiane Buchecker
Chefin Ilse vor der Schatzkammer des Hofes: dem Selchofen mit dem gschmackigen Geselchten.

Der wunderbare und appetitmachende Geruch steigt gleich beim Betreten des Hofladens in die Nase. Der hat am Freitag und Samstag geöffnet. Mit dem Marktstand und den sauguaden Spezialitäten vom Tullnerfelder Schwein ist man beim Monatsmarkt jeden 1. Samstag in Reidling und jeden Freitag am Wochenmarkt in Wolkersdorf. Und ganz neu kann man auch im Onlineshop bestellen mit gratis Hauszustellung. www.sauguad.at

 

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