Scheinwerfer, die mitdenken. Innovation / Im vergangenen Jahr wurden in Niederösterreich 450 Erfindungen angemeldet. Einem Unternehmen aus Wieselburg gingen besonders viele Lichter auf. Von Birgit Seiser

Erstellt am 12. Mai 2013 (17:01)

Von Birgit Seiser

Niederösterreich lag in Sachen Erfindergeist auch 2012 wieder im österreichischen Spitzenfeld. Der dritte Platz hinter Wien und Oberösterreich hat diesmal aber ein Plus davor: Der Iventum, der Preis für die beste Erfindung, ging heuer nämlich an ein niederösterreichisches Unternehmen. Zizala Lichtsysteme konnte mit dem Patent für ein selbst abblendendes Fernlicht eine Innovation für mehr Sicherheit auf den Straßen anmelden.

In Verbindung mit Frontkameras schaltet das System automatisch einzelne LEDs des Scheinwerfers ab. Das dynamische Ausblenden erfolgt ohne bewegliche Teile im Scheinwerfer und ermöglicht eine hohe optische Präzision. So ist es möglich, dauerhaft mit Fernlicht zu fahren, ohne dabei den Gegenverkehr oder vorausfahrende Fahrzeuge zu blenden. Das Unternehmen aus Wieselburg hat in den letzten 20 Jahren bereits 373 Einzelpatente angemeldet. „Die Ideen dafür entstehen oft aus Zwischenergebnissen während des Entwicklungsprozesses eines Produkts“, heißt es seitens des Unternehmens.

Durchbruch für die Medizinwelt

Platz vier der besten österreichischen Erfindungen ging an die „Austrian Institute Technology GmbH“ in Wiener Neustadt, wo man eine hochfeste Magnesiumlegierung entwickelte. Damit können etwa in der Medizin neuartige Implantate eingesetzt werden, die sich nach Erfüllung ihrer Aufgabe von selbst im Körper auflösen.

Derzeit arbeiten die Forscher in Wiener Neustadt bereits an der Weiterentwicklung dieses Patents. Ziel ist es, mit den selbst auflösenden Implantaten Operationen überhaupt zu vermeiden.

Ein weiteres NÖ-Unternehmen, das sich in Sachen Erfindungen einen Namen gemacht hat, ist die Firma Riegl aus Horn. Besonders stolz ist man dort auf ein spezielles Verfahren der Signaldetektion, das die Reichweite von Laserscannern steigern soll.

Mit acht Patenten führt Felix Himmelstoß 2012 die Liste der Privatpersonen unter den Erfindern an. Der 57-jährige Professor am Technikum Wien beschäftigt sich seit seiner Zeit als HTL-Schüler mit Elektronik – und das nicht nur im Beruf, sondern auch in seiner Freizeit. In den letzten Jahren befasste sich der Wiener Neudorfer gezielt mit dem Thema Energiesparen.

2012 hat der Professor etwa eine aktive Einschaltentlastung mit Energierückgewinnung entwickelt. Dieses System hilft Fernreisezügen, durch Rückspeisung Energie zu sparen. Der Erfinder meint, dass seine Ideen meist „einfach passieren“, oder er so lange über ein Problem nachdenke, bis die Lösung oftmals im Schlaf kommt.

NÖ-Top-Erfinder

Reihung nach der Anzahl der genehmigten Patente 2012:

1. Zizala Lichtsysteme GmbH,

Wieselburg, 12 (Anzahl der genehmigten Patente)

2. Riegl LaserMeasurement

Systems GmbH, Horn, 9

3. Felix Himmelstoß,

Wiener Neudorf, 8

4. Inova Lisec Technologiezentrum GmbH, Seitenstetten, 7

5. Kirchdorfer Fertigteilholding GmbH, Wöllersdorf, 5

Quelle: Österreichisches Patentamt