Schock in St. Corona. Ungewisse Zukunft / Das Skigebiet soll nicht ausgebaut werden, die Kosten wären zu hoch. Ein Kinder-Skiland könnte erhalten bleiben.

Von Heinz Bidner und Karin Egerer. Erstellt am 03. Februar 2014 (14:10)
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Die Bergstation in St. Corona könnte in der bisherigen Form bald Geschichte sein. Foto: zVg
Von Heinz Bidner & Karin Egerer

Schon im Herbst 2012 wollte das Land NÖ die Lifte im verlustreichen Skigebiet St. Corona am Wechsel im Bezirk Neunkirchen einstellen. Das Land hält ja über die NÖ-Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft 96,4 Prozent an der Bergbahnen St. Corona GmbH.

Laut ecoplus kann Projekt nicht umgesetzt werden

Nach einem Aufschrei in der Region räumte man noch eine Chance ein: Für die Revitalisierung des Skigebietes dürften 11,1 Millionen Euro nicht überschritten werden. Zwei Interessenten meldeten sich als Totalübernehmer für das Projekt. Dabei vorgesehen waren eine kuppelbare Sechsersesselbahn, die Errichtung einer neuen Piste und Sommerrodelbahn.

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Wie die landeseigene Wirtschaftsagentur ecoplus, zu der die Bergbahnen gehören, nun bekannt gab, kann das Projekt nicht umgesetzt werden. Grund: Bis zur Deadline am 30. Jänner wurde nur ein Angebot gelegt. Dieses wies einen Nettopauschalfixpreis von 18,192 Millionen Euro auf, was den finanziellen Rahmen deutlich übersteigt.

„In der derzeitigen Form wird es den Liftbetrieb nicht mehr geben“

In der kleinen Tourismusgemeinde ist man geschockt. Man kann sich beim besten Willen nicht erklären, warum das Angebot der Bietergruppe so hoch ausgefallen ist.

„Ich möchte ein für alle Mal klarstellen, dass beim Angebot nichts getürkt wurde, das Angebot ist Realität“, tritt Lukas Reutterer aus dem Büro von Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav der brodelnden Gerüchteküche entgegen. Er bestreitet auch, dass es ein Erstgebot über 11,2 Millionen Euro gegeben hat und dessen Präsentation untersagt wurde.

„In der derzeitigen Form wird es den Liftbetrieb nicht mehr geben“, blickt Reutterer in die nächste Saison voraus. „Ein Alternativprojekt mit Sommerrodelbahn und Kinder-Skiland ist aber vorstellbar“, meint er. Das hänge nun von den Gesprächen mit der Gemeinde ab.