Schweinehaltung ohne Vollspaltenböden bis 2032. Insgesamt 21.000 Schweinmastbetriebe gibt es in Österreich. 5.196 davon fallen allein auf Niederösterreich. In keinem anderen Bundesland gibt es mehr Mastbetriebe als hier. Aber auch an der Anzahl der Tiere zeigt sich, welchen Stellenwert Schweinefleisch in der Gesellschaft hat. Rund 2,77 Millionen Tiere werden in österreichischen Betrieben gehalten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. Juli 2021 (11:28)
 Aktuell werden noch 80 Prozent der Schweine in Betrieben mit Vollspaltenboden gehalten
 Aktuell werden noch 80 Prozent der Schweine in Betrieben mit Vollspaltenboden gehalten
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Um deren Haltung in Zukunft zu verbessern, hat das Fachgremium Schweinehaltung eine inhaltliche Weiterentwicklung für das AMA-Gütesiegel beschlossen. In einem Stufenplan, der ab 2022 anlaufen soll, wurde unter anderem die sukzessive Umrüstung aller AMA-Schweinemastbetriebe auf Haltungssysteme ohne Vollspaltenböden bis 2032 entschieden. Einschätzung zufolge werden aktuell noch zirka 80 Prozent der Schweine in Österreich auf Vollspaltenboden gehalten.

Neben dem freiwilligen Modul für „Mehr Tierwohl“ mit 60 Prozent mehr Platz, soll es zukünftig das gleiche Modul mit 100 Prozent mehr Platz geben. Bei beiden Systemen sind zusätzlich eingestreute Liegeflächen vorgeschrieben.

Weniger Import-Soja in Futtermitteln

Bereits bis 2030 sollen außerdem insgesamt eine Million Schweine aus biologischer Haltung bzw. aus den freiwilligen AMA-Gütesiegel-Modulen „Mehr Tierwohl“ stammen und vermarktet werden. Ebenfalls bis 2030 soll im Sinne der österreichischen Eiweißstrategie der Soja-Import für Futtermittel um die Hälfte verringert werden.

Da heimisches Soja aber deutlich teurer ist als importiertes, wolle man die Verpflichtung für die Mastbetriebe nach und nach einführen, heißt es von AMA auf Nachfrage der NÖN. Zuerst soll die Erhöhung des Selbstversorgungsgrades mit Eiweißfuttermittel auf die Tierwohl-Module angewendet werden. Erst gegen Ende soll es die Verpflichtung auch für die Basisanforderungen geben.