Schweiz zieht Notbremse und bindet Franken an Euro. Der Schweizer Nationalbank SNB ist der Geduldsfaden gerissen: Die Zentralbank begegnet der im Vergleich zum Euro rekordstarken heimischen Währung mit einer der heftigsten Gegenmaßnahmen, die ihr zur Verfügung stehen. Sie setzt dem Kurs des Schweizer Franken eine Höchstgrenze zum Euro, die sie unter allen Umständen verteidigen will. Es gilt als "die ultimative Waffe".

Erstellt am 06. September 2011 (17:12)

Der Schweizer Nationalbank SNB ist der Geduldsfaden gerissen: Die Zentralbank begegnet der im Vergleich zum Euro rekordstarken heimischen Währung mit einer der heftigsten Gegenmaßnahmen, die ihr zur Verfügung stehen. Sie setzt dem Kurs des Schweizer Franken eine Höchstgrenze zum Euro, die sie unter allen Umständen verteidigen will. Es gilt als "die ultimative Waffe".

Dazu ist die SNB auch bereit, die zeitweise sehr umstrittenen Eurokäufe wieder aufzunehmen. Sie wolle wenn nötig uneingeschränkt Devisen kaufen, um den Märkten die Stirn zu bieten, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Zuletzt hatte die SNB im Frühling 2010 versucht, so die Frankenaufwertung zu bremsen.

Devisenkäufe können verhindern, dass der Eurokurs erneut absinkt, aber sie bergen wegen der wachsenden Franken-Geldmenge auch ein Inflationsrisiko. Das Placet der Politik haben die SNB und ihr Präsident Hildebrand dennoch: Der Bundesrat, alle großen Parteien, wichtige Wirtschaftsverbände und die Gewerkschaften begrüßten den bereits als historisch taxierten Schritt.

Die SNB will einen Wechselkurs von unter 1,20 Franken je Euro künftig nicht mehr tolerieren. Damit legt sie faktisch einen Höchstkurs für den Franken von 0,833 Euro fest.

Hintergrund der Intervention ist die heftige Aufwertung des Franken in den vergangenen Monaten und Jahren: Ausgehend von einem Kurs von 0,60 Euro Ende 2007 hat der Franken zu vielen wichtigen Währungen stark zugelegt. Seither stieg die Schweizer Währung zum Euro um bis zu 60 Prozent auf fast einen Euro. Nachdem die SNB mehrmals daran gescheitert war, wesentlich geringere Höchstkurse als 0,833 Euro je Franken zu verteidigen, hatte sie ihre Maßnahmen unlängst intensiviert.