Hochprozentige Vielfalt aus dem Mostviertel. Nicht nur Most wird im Mostviertel gern getrunken. Auch Gin und Edelbrände werden hier produziert und sind pur oder in Cocktails beliebt.

Erstellt am 01. Oktober 2017 (04:29)
Teresa Sturm
Nicht nur bei der Produktion von neuen Bränden ist Datzberger voller Ideen.

Wacholderbeeren, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Anis, Fenchel, Kardamom, Vanilleschoten, Holunderblüte, Lavendel, Jasmin, Pfeffer ... und das sind nur einige wenige der 27 Gewürze, die im Gin von Jürgen Datzberger enthalten sind. Ganze zwei Jahre hat er an dem perfekten Rezept dafür getüftelt. Neben dem Gin bieten Datzberger und seine Familie, die am Vierkanter in Amstetten lebt, auch Most, Edelbrände, Whisky und Fruchtsäfte an.

Teresa Sturm
Im Keller der Familie Datzberger (Hausname: Seppelbauer) lagern unzählige Fässer mit Whisky, Gin, Edelbränden und Most.

Als Gewinner gehen die Produkte vom Seppelbauer, das ist der Hausname der Familie, oft aus verschiedenen Bewerben. Allein bei der Wieselburger Messe wurden sie sechs Mal zum Produzent des Jahres gekürt. Im Schnitt produzieren die Datzbergers etwa 40.000 Liter Most im Jahr. Seit 2014 wird im Haus auch Qualitätsmost mit staatlicher Prüfnummer hergestellt.

Für Jürgen Datzberger ist allerdings die Vielfalt wichtig. Dauernd hat er neue Ideen für Edelbrände und neue Produkte. So auch der schon erwähnte Gin. Beim Gin wird Getreidebrand destilliert und danach noch einmal gebrannt. Um die richtigen Zutaten herauszufinden, hat Datzberger zuerst nur in der Kleinbrennerei „herumprobiert“, wie er sagt. Jetzt, wo er die für sich ideale Rezeptur gefunden hat, brennt er den Gin „Prime of Life“ immer gleich. „Es wird gut angenommen, weil gerade so ein Gin-Hype ist“, sagt Datzberger über den Zuspruch der Kundschaft.

Voller Ideen, bei Rezepten und Bränden

Prinzipiell würden es die Leute schätzen, wenn jemand innovativ ist und sich immer neue Sachen einfallen lässt, so der Mostbauer.

Teresa Sturm
Nicht nur bei der Produktion von neuen Bränden ist Datzberger voller Ideen. Mit seinen Produkten hat er auch einige Cocktailrezepte entwickelt. Hier im Bild: Gin mit Birnensaft und Minze.

So hat Datzberger zum Beispiel auch in Kooperation mit dem Cocktail-Caterer Norbert Moser eine Cocktailkarte erstellt mit einigen Rezepten, bei denen die Produkte vom Seppelbauer als Zutaten verwendet werden. Zum Beispiel der Gin mit Birnensaft, Eis und Minze. 

Doch nicht nur mit den verschiedenen Produkten wird vieles versucht, gebrannt wird alles Mögliche bei den Datzbergers. Zum Beispiel werden auch exotische Südfrüchte wie Bananen und Blutorangen zu Edelbränden weiterverarbeitet. „Da gibt es noch viel, was wir ausprobieren werden“, sagt Jürgen Datzberger, offensichtlich schon mit neuen Ideen im Kopf.

„Das nehmen, was man auch daheim hat“

Im Vordergrund stehen aber natürlich regionale Produkte. „Da muss man schon schauen, das man das nimmt, was man auch daheim hat“, so Datzberger. Und das ist allein beim Obst eine Breite Auswahl. Speckbirne, Grünpichlbirne, Williamsbirne, Limoneras Birne oder die Prima Pira sind nur einige der vielen Sorten, die in Pittersberg in Amstetten angebaut und verarbeitet werden. „Die Vielfalt macht’s bei uns besonders“, sagt Datzberger, während er zufrieden durch den Vierkanter führt. Dabei zeigt er auch etwas kleinere Fässer im Keller, in denen Single Malt Whisky und Single Grain Whisky angesetzt sind.

Sturm
Jürgen Datzberger, Mostbauer in Amstetten, produziert mit seiner Familie Gin, Most und andere Köstlichkeiten.

Diese „Spielereien“, wie es Datzberger nennt, machen aber nicht nur viel Spaß, sondern auch viel Arbeit. Um die viele Arbeit zu schaffen, wird in der Familie zusammengeholfen. Und auch die Produktionen werden auf das ganze Jahr aufgeteilt. Im Sommer und im Herbst ist Hauptsaison, „weil wir gleich brennen“. Das heißt, das Obst wird gleich verwertet, solange es noch frisch ist. Den Anfang machen Weichsel und Marille. Im Winter wird dann das Getreide gebrannt. „Rum wird zum Beispiel immer im Winter gebrannt“, erklärt der Spirituosen-Kenner.

Neben der Zusammenarbeit in der Familie lobt Datzberger auch die Unterstützung in der Region. Viele Gastronomien im Bezirk Amstetten beziehen den Schnaps und die Säfte vom Seppelbauer. „Auch im Hotel Kothmühle steht man hinter unseren Produkten. Dort gibt es eine eigene Cocktailkarte damit ... Man hilft sich auch viel gegenseitig. Nur miteinander ist man stark.“

 

Weitere spannende Artikel findet ihr im aktuellen NÖN-Extra "Das Beste vom Land"