Urlaub mit dem Auto statt Fliegen. Die NÖN hat sich angesehen, was auf Reisende, die mit dem Pkw unterwegs sind, in den angelaufenen Ferien zukommt.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 07. Juli 2020 (07:29)
Baustellensommer in Niederösterreich
Quelle: ÖAMTC; NÖN-Grafik: Bischof Foto: Ondra Vacek/Shutterstock.com

Ferienzeit ist Reisezeit – das wird sich auch im heurigen „Corona-Sommer“ nicht ändern. Der Urlaub 2020 wird aber zweifelsohne anders sein. Weil Fernreisen heuer de facto nicht stattfinden, wird das Auto zum wichtigsten Urlaubsbegleiter. Kroatien, Italien und Deutschland sind die beliebtesten Auslandsdestinationen.

Maria Renner
ÖAMTC

Sie sind nicht nur gut mit dem Pkw, sondern auch wieder ohne große Einschränkungen, zu erreichen. Für Teile Italiens sowie für Kroatien müssen sich Urlauber allerdings vorab registrieren (siehe Infos unten).

Allgemein ist die Verunsicherung zu Urlaub im Ausland aber groß, wie ÖAMTC-Tourismus-Expertin Maria Renner erklärt.

Neue Strategien für sicheren Urlaub

Für fast alle Länder ist die Warnstufe 4 des Außenministeriums aufrecht, für Staaten des Westbalkans wurde zusätzlich in der Vorwoche eine Reisewarnung (Stufe 6) ausgesprochen. Rund 50 Prozent der Reisewilligen würden deshalb einen Österreich-Urlaub planen.

Harald Lasser
ÖAMTC

Auf Niederösterreich bezogen meint ÖAMTC-Experte Harald Lasser etwa auch: „Viele wollen heuer auch Tagesausflüge ins benachbarte Tschechien oder in die Slowakei machen, weil sie das sicherer finden, als eine Woche ins Ausland zu fahren.“

Es wird daher heuer einerseits mit einem geringeren Verkehrsaufkommen auf Hauptreiserouten von Norden nach Süden gerechnet, andererseits wird vor allem ab Ende Juli ein starker Transitverkehr Richtung Adria von Deutschland kommend prognostiziert. „Dann gehen Bayern und Baden-Württemberg in die Ferien“, erläutert Lasser.

Staupunkte bleiben auch heuer nicht aus

Im Rahmen des verstärkten Österreich-Urlaubs wird es zudem „mehr Verkehrsaufkommen im untergeordneten Straßennetz“ geben. Verzögerungen bei den Zufahrten zu Ausflugszielen wie See- und Baderegionen oder Kulturstätten sollten daher den ganzen Sommer eingeplant werden – besonders an Wochenenden. Auch die Stau-Hotspots werden heuer nicht ausbleiben. In Kärnten etwa hat der Karawankentunnel mit den nachfolgenden Grenzkontrollen zu Slowenien bereits vor der Ferienzeit für Wartezeiten von bis zu zwei Stunden gesorgt. Im Großraum Salzburg wiederum werden erneut Abfahrtssperren erwogen, um den Ausweichverkehr zu verhindern.

Dazu kommen rund 40 Baustellen auf Österreichs Autobahnen. In Niederösterreich nennt Lasser etwa die Arbeiten am Knoten St. Pölten (A1), am Knoten Guntramsdorf (A3), ab der Anschlussstelle Fischamend (A4) und ab der Anschlussstelle Hochstraß (A21) als neuralgische Punkte. Aber auch die Baustelle auf der A2 im Wechselgebiet ab Grimmenstein verlangt Reisenden viel Geduld ab.

Unfallgefahr nicht unterschätzen

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und die Landesstelle für Brandverhütung (BV NÖ) warnen im Zusammenhang mit erhöhtem Reiseverkehr im Sommer auch vor Unfällen und der Gefahr von Fahrzeugbränden.

Hohe Außentemperaturen und Überbeanspruchung können bei jedem Fahrzeug zum Brand führen, meint BV-NÖ-Geschäftsführer Franz Schnee-flock. Wichtig sei, betroffenen Verkehrsteilnehmern zu helfen. Dazu gehöre auch, immer einen Feuerlöscher im Auto mitzuführen. Das sollte genauso selbstverständlich sein wie das Dabeihaben von Verbandspaket, Warnweste und Pannendreieck, meint Schneeflock, der einen Zwei-Kilo-Pulverlöscher für diesen Zweck empfiehlt.

Urlaub in Niederösterreich

Gerade der Sommer 2020 bietet sich besonders für einen Niederösterreich-Urlaub an. Tourismus-Hotspots gibt es in allen sechs Tourismus-Destinationen des Landes. Im Waldviertel zählen etwa die Region Thayatal (Thayarunde, Nationalpark, Kräuterpfarrer-Zentrum), das oberes Waldviertel (Käsemacherwelt, Naturpark Blockheide oder Nebelstein) sowie Waldviertel Mitte (Zwettl, Mohndorf Armschlag, Stausee Ottenstein,  Sonnentor Erlebnis) zu den beliebtesten Ausflugszielen. Im Weinviertel sticht Retz hervor, in der Donauregion sind es die Wachau, Tulln und Hainburg. Besonders beliebt sind auch die „Wiener Alpen in Niederösterreich“ im Industrieviertel.  St. Corona am Wechsel, das Wanderdorf Puchberg am Schneeberg sowie Semmering-Rax-Region sind ebenso gefragte Sommerfrische-Ziele wie die Bucklige Welt. Vor allem unter der Woche gibt es auch in den niederösterreichischen Ausflugszielen noch Kapazitäten, wie Tina Fuchsberger von der Niederösterreich-Werbung verrät.