Fair-Shirt für die Sportler. Blutjung und voller Tatendrang: Max Gramberger und Mauro Vitera gründeten ihr eigenes Label „brogains“, das nur auf fair produzierter Fitnesskleidung zu finden ist.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 22. Juni 2018 (10:47)
Karin Widhalm
Mauro Vitera (19) und Max Gramberger (20) machen beruflich das, was sie können und was zu ihnen passt. Die Sportler verkaufen Fitness-Kleidung, die zu fairen Bedingungen produziert wurde.

Wir kaufen ums Eck Bio-Kaffee, mit dem noch dazu Bauern fair bezahlt werden. Ernährung und Bewegung sind große Themen. Weniger Gedanken macht man sich aber um Textilien – noch.

Wie wird das Shirt hergestellt und wieso stinkt es nach dem Kauf? Die Fragen stellte sich ein junges Duo, das sich im Fitnesscenter kennengelernt hat. Max Gramberger und Mauro Vitera probierten einiges aus an nachhaltiger Sportbekleidung – mit der Erkenntnis: „Billigproduzenten verkaufen wirklich überteuert und werben mit vegan.“ 

„Wir haben uns gedacht: Das geht auch anders“, war für Vitera und seinem Freund bald eine Idee geboren. Ihr im Oktober 2017 gegründeter Start-up verkauft online mit ihrem eigens entworfenen Label „brogains“ Fitness-Kleidung, die ein Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden in aller Welt zu wirklich fairen Bedingungen produziert. Das belegen Zertifikate.

Nächtelang feilte das Duo an der Gründung

„Viel Planung steckt dahinter, Monate sind draufgegangen“, lächelt der 19-jährige Hagenbrunner. „Auch Nächte“, ergänzt Gramberger, 20 Jahre jung. Manhartsbrunn, sein Wohnort, ist zugleich der Sitz der Firma. Das Logo wird ökologisch auf Wasserbasis per Siebdruck auf Shirts, Hoodies und Tanktops für Damen und Herren befestigt. Dieser Schritt soll möglicherweise an einen Betrieb im Burgenland ausgelagert werden. Der Aufwand sei schon bei 30 Shirts groß.

Zukunftsmusik ist, überhaupt in Österreich zu produzieren. „Faire Kleidung ist noch nicht in den Köpfen der Individuen“, findet Gramberger, der eine HTL für Medientechnik abschloss. „Das braucht noch Zeit.“ Schritt für Schritt will man den begonnen Weg dennoch fortsetzen. Die positiven Rückmeldungen geben den Jungunternehmern Aufwind: „Viele betonen, dass die Qualität sehr gut ist. Man hat sehr lange etwas davon.“

„Ein Traum wäre, wenn wir sagen können: Wir haben Arbeitsplätze geschaffen, nicht nur unsere eigenen.“ Mauro Vitera wagte mit Max Gramberger den Schritt in die Selbstständigkeit.

Direktverkauf ist genauso Thema wie eine Erweiterung des Sortiments. Hosen sind in Planung, der perfekte Schnitt wird noch gesucht. Läufer oder Yoga-Praktizierende sollen ausgestattet werden können.

Die Zwei führen zusätzlich eine IT-Firma und sind in den Bereichen Webshop, Grafik Design und sogar im Eventcatering tätig. „Wir machen alles, was wir können“, sagt Vitera, der auf eine Ausbildung im Graphic Design zurückgreifen kann.

Hilfreich ist der Rückhalt in der Familie. „Unsere beiden Mütter sind selbst selbstständig.“ Sie unterstützten ihre Söhne, nachdem sie gesehen haben, dass die Ideen auch umgesetzt werden. „Die Förderungen sind auch super, man hat kein Risiko“, fügt Gramberger hinzu. „Man muss nur den Schritt wagen.“ Und dranbleiben, aber das steht sowieso außer Frage: „Ein Traum wäre, wenn wir sagen können: Wir haben Arbeitsplätze geschaffen, nicht nur unsere eigenen“, so Vitera.

Von Karin Widhalm/NÖN-Sonderjournal-Redaktion