Startschuss in den. NÖ-Wintersport / Neue Attraktionen und Hotels. Millionenmarke Schneehungrige Wintersportfans fiebern diesem Wochenende entgegen, zumal die großen Skigebiete in NÖ offiziell aufsperren.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 02. Dezember 2013 (23:59)
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Die Geschäftsführer Rainer Rohregger (Hochkar, rechts) und Andreas Buder (Ötscher) freuen sich über das frühe Eintreffen des Winters. Hochkar

Von Heinz Bidner & Kevin Kada

Schneehungrige Wintersportfans fiebern diesem Wochenende entgegen, zumal die großen Skigebiete in NÖ offiziell aufsperren. Bis zu rund 200 Pisten-Kilometer für Skifahrer und Snowboarder sowie 700 Kilometer Langlaufloipen stehen in diesem Winter zur Verfügung.

Auch wenn NÖ im Vergleich zu den Bundesländern im Westen ein Wintersport-Zwerg ist: Der Skitourismus spielt hier eine nicht unbedeutende Rolle. In der vergangenen Wintersaison verbuchten die acht größten Skigebiete laut NÖ Werbung rund 750.000 Tageseintritte (plus 15 Prozent zu Vorjahressaison) und 220.000 Übernachtungen (minus 4,5 Prozent).

Entwicklung der Saison ist stark von der Schneelage abhängig

Dazu zählen Lackenhof/Ötscher, Hochkar, Annaberg, Mönichkirchen, St. Corona sowie Mitterbach und Puchberg/Schneeberg. An ihnen ist das Land via Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft NÖBBG bzw. der Bahnengesellschaft NÖVOG beteiligt. Ebenfalls dazu gehört Semmering, das bislang auf eine Landesbeteiligung verzichtete. Dazu kommen in NÖ noch 20 kleinere Skigebiete mit etwa 250.000 Tageseintritten.
 


Das Nächtigungsminus führt Christoph Madl, Chef der NÖ Werbung, unter anderem auf die Rückgänge in Puchberg und Semmering zurück. Bei Letzterem sank die Zahl der Übernachtungen um 17 Prozent auf 38.000, zumal etwa das Artis wegen Umbauten gesperrt hatte.

Die Entwicklung der Saison ist stark von der Schneelage abhängig, weiß Madl. Und wenn es in den Städten früh schneie, würde das dem Geschäft zusätzlich nützen, weil so die Nachfrage angeheizt werde.

Neue Hotels und zwei WM-Events als Zugpferde

Für heuer hofft Madl jedenfalls auf steigende Zahlen – sowohl bei den Tages- als auch bei den Nächtigungsgästen. Letzteren würde vor allem die aufgepeppte Hotelsituation am Semmering dank der Panhans-Gruppe entgegenkommen. Ab 26. Dezember öffnet zudem das generalsanierte JUFA Hochkar Sport Resort seine Türen.
 


Auch Winterattraktionen sollen zusätzliche Gäste bringen. Dazu zählt die Snowboard-WM am Jauerling. Sie findet am 10. Jänner statt. Das letzte Mal vor zwei Jahren wurden über 5.000 Fans registriert. „Gegenüber der Erstveranstaltung ist sicher Luft nach oben“, meint Madl.

Von 24. bis 29. März wird dann Göstling im Zeichen der Masters-Ski-WM stehen, wo 500 Skiathleten aus aller Welt am Start stehen werden – darunter auch Thomas Sykora, Kathrin Zettel und Andreas Buder. Die NÖ Werbung hofft allein hier auf 5.000 Nächtigungen.

Bergtourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor

„Der Bergtourismus gewinnt für NÖ immer mehr an Bedeutung“, fasst Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav zusammen. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die gute Erreichbarkeit und kurze Anfahrtswege würden NÖ vor allem für Ostösterreich und Gäste aus dem zentral- und osteuropäischen Raum interessant machen, so Bohuslav. Der Anteil an Gästen aus dem benachbarten Ausland ist nicht unbedeutend. Laut NÖ Werbung geht etwa die Hälfte der Übernachtungen auf ihr Konto. Rund 15 Prozent sind es bei den Tagesgästen.

„Wir haben auch in diesem Jahr ein umfangreiches Maßnahmenpaket – etwa mit Ski- und Langlaufschnupperkursen – geschnürt, um Wintersportler zu motivieren und neue Gäste in unsere Wintersportorte zu bekommen“, sagt die Landesrätin.

„Es ist nicht einfach, Investoren zu finden.“  Andreas Buder, Geschäftsführer der Lifte in Lackenhof/Ötscher, zum Manko an Hotels in den Skigebieten in NÖ.

Zufrieden mit der Marschrichtung des Landes zeigt sich Andreas Buder, Geschäftsführer der Lifte in Lackenhof/Ötscher. Was in den Skigebieten fehlt? „Die Unterkunft-Situation ist ausbaufähig“, meint der Ex-Skirennfahrer: „Wir haben ein paar kleine Hotels – allerdings nicht genug.“ Auch wären viele Beherbergungsbetriebe veraltet oder schlecht in Betrieb: „Da gibt es noch Aufholbedarf.“ Wenn-gleich er eingesteht: „Es ist nicht einfach, Investoren zu finden.“ Schwierig ist die Situation speziell in St. Corona. Momentan ist nur die anlaufende Wintersaison des defizitären Schigebiets gesichert. Denn für einen Fortbetrieb im Winter hat der Mehrheitseigentümer, das Land via NÖBBG, strenge Wirtschaftlichkeitsvorgaben gesetzt.

Nachdem die Gemeinde am Freitag die letzten Unterlagen an das Land übermittelt hat, geht es in die Detailgespräche zur projektierten Neuerrichtung einer Sechsersesselbahn, einer Skipiste und einer Sommerrodelbahn. Die beiden Bietergruppen haben bis Ende Jänner Zeit, rechtsverbindliche Angebote zu legen. Als Investitionsobergrenze für das Ausbauvorhaben gelten 11,1 Millionen Euro.

Drei bis sechs Prozent Teuerung bei Liftkarten

Hochkar und Ötscher, an denen die NÖBBG 49 bzw. 40 Prozent der Anteile und die Mehrheit jeweils die Schröcksnadel-Gruppe hält, haben heuer ihre Ticketpreise harmonisiert, zumal die Karten für beide Skigebiete gelten. Nebeneffekt: Die Teuerung fiel am Hochkar stärker aus als am Ötscher.

So stiegen bei Erstgenanntem die Tageskartenpreise für Kinder von 5 bis 15 Jahren gar um 14 Prozent auf 20 Euro gegenüber der Vorjahressaison. Allerdings gibt es heuer erstmals in beiden Skigebieten die Schneemannkarte: Kinder mit Jahrgang 2004 und jünger können in Begleitung eines voll zahlenden Erwachsenen um nur zwei Euro pro Tag den Schnee genießen.

Dass die Tagestickets heuer bei allen NÖBBG-Skigebieten meist zwischen drei und sechs Prozent gestiegen sind, erklärt NÖBBG-Chef Markus Redl mit der Teuerungsrate: „Wir haben den Auftrag, die Skigebiete so zu führen, dass sie operativ positiv bilanzieren.“


Skischnuppertage für Kleine & Große

Schüleraktion. Für Schüler wurde die Gemeinschaftsaktion ski4 school von Land NÖ und dem Busunternehmen Blaguss ins Leben gerufen. Busfahrt, Liftkarte und Leihausrüstung kosten etwa pro Tag 25 Euro für Volksschüler und 28 Euro für Schüler der Unterstufe. 27.000 Buchungen gibt es bereits, Tausende Plätze sind noch frei.

Wintercard. Für Wiedereinsteiger ohne passender Ausrüstung gibt es mit der Wintercard ein eigenes Paket. Es umfasst drei Tagestickets, die in den acht größten NÖ-Skigebieten gelten und bei dem der Skiverleih quasi kostenlos inkludiert ist. Erwachsene zahlen 109 Euro. Im Vorjahr wurden 4.800 Wintercards verkauft.

Langlauf-Aktion. Ab Jänner neu sind Wochenend-Langlauf-Schnupperaktionen an elf NÖ-Standorten. Erwachsene zahlen dafür 36 Euro pro Tag und erhalten neben einer Leihausrüstung, einem vierstündigen Langlauftraining und Tageskarte noch ein Gratisgetränk.