Statzendorf

Update am 25. September 2017, 15:46

von APA Red

Protestkundgebung vor Betrieb von WKÖ-Obfrau Dockner. Die Gewerkschaft hat die Gangart in dem seit einem Jahr schwelenden Konflikt um den Kollektivvertrag für Drucker verschärft. Nach einem eigenen Flugblatt an jeden Haushalt in Kuffern (Bezirk St. Pölten-Land), Heimatort von Wirtschaftskammer-Fachverbandsobfrau Ingeborg Dockner, hat dort am Montag eine erste Protestkundgebung vor Dockners Betrieb stattgefunden.

Drucker haben in Kuffern protestiert  |  privat

Laut Gewerkschaft sind Delegationen aus ganz Österreich gekommen, in Summe 200 bis 250 Personen. Die Kundgebung vor dem Betrieb von Ingeborg Dockner, Obfrau der Fachgruppe Druck und Medientechnik in der Wirtschaftskammer Österreich, sei erst der Beginn gewesen. "Einzelne Arbeitgeber versuchen bereits Kapital daraus zu schlagen, dass die KV-Fähigkeit vor einem Jahr zurückgelegt wurde, indem sie die Arbeitsbedingungen verschlechtern", sagte der stellvertretende GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher.

Gewerkschaft verschärft Druck

Als Beispiel nannte Dürtscher die Firma Klampfer in der Steiermark. Am 4. Oktober wird die Gewerkschaft daher dort als nächstes protestieren. Sollte die Kammer nicht einlenken, werde man noch bei anderen Firmen vorstellig, kündigte der Gewerkschafter an.

Dockner sieht Gesprächsbasis gefährdet

Kritik an der heutigen "Kampfmaßnahme" kommt von Dockner, die sich selbst gezwungen sah, mit einem eigenen Flugblatt zu reagieren, um in ihrem Heimatort klar zu machen, worum es eigentlich geht. Ihr sei "nicht verständlich, warum die Gewerkschaft die Gesprächsbasis zu diesem Zeitpunkt so massiv gefährdet", heißt es am Montag in einer Aussendung. "Es ist nicht akzeptabel und ein ganz gefährlicher Weg, Funktionärinnen persönlich zu attackieren und deren Betriebe gezielt zu schädigen."

Zwazl stellt sich hinter Dockner

Auch Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, verurteilt diese Methoden der GPA djp scharf. „In Niederösterreich gibt es ein gutes Miteinander der Sozialpartner. Dieser Stil ist auch auf Bundesebene wünschenswert. Interessenvertreterinnen persönlich anzugreifen ist für mich ein no go, da es ja nicht um persönliche, sondern um Brancheninteressen geht. Erfolgreich verhandelt wird am Tisch, nicht auf der Straße – und schon gar nicht mittels persönlicher Attacken.“ 

Sonja Zwazl  |  Parlamentsdirektion / SIMONIS

Protest-Aussendung der GPA djp.PDF (pdf)

FairPlay-Aussendung von Dockner.PDF (pdf)