Krise fördert heimischen Handel und Online-Shopping. Jugend und Personen mit Kindern stören die Einschränkungen im Handel am meisten, Online-Shopping wird immer beliebter und regionale Produkte erleben einen Aufschwung. Das ergibt die jüngste Gallup-Umfrage.

Von Fabiola Noll. Erstellt am 16. Oktober 2020 (17:04)
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Das Gallup-Institut hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Einkaufsverhalten der Menschen untersucht. Demnach empfinden 58 Prozent der Österreicher das Einkaufen derzeit als unangenehmer als vor dem Ausbruch der Pandemie. Rund zwei Drittel begründen dies mit den Schutzmaßnahmen, wie Maskenpflicht und Mindestabstand, 40 Prozent mit einem allgemein höheren Stresslevel in Geschäften. Laut der Gallup-Umfrage ist das Einkaufen besonders für Junge und für Personen mit Kindern im Haushalt stressig. 

Die Leiterin des Österreichischen Gallup Instituts, Andrea Fronaschütz erläutert: „Wir sehen drei Entwicklungen seit Mitte April, die sich als stabil erweisen“:  

• Der Einkauf im Internet würde in Folge der Corona-Einschränkungen immer populärer werden: Während im April nur 14 Prozent der Befragten angaben, in Zukunft mehr im Internet einkaufen zu wollen, waren es im Oktober bereits 26 Prozent. Personen mit Kindern würden noch stärker auf Online-Käufe ausweichen wollen. (34 Prozent) Fronaschütz betont: „Der Einkauf im Internet wird weiter zunehmen, befriedigt aber nicht alle Bedürfnisse. Insbesondere die Jugend vermisst das ‚Shopping-Erlebnis‘ im realen Geschäft“. 

• Die Gallup-Umfrage ergibt, dass die Corona-Krise den Zug zu heimischen sowie regional produzierten Produkten verstärke. 75 Prozent der Konsumenten gaben an, in Zukunft vermehrt in der Region erzeugte Produkte kaufen zu wollen, 70 Prozent hätten vor, öfter bei österreichischen Unternehmen einzukaufen.  

• „Wir stellen eine Form von Corona-Genügsamkeit fest: Eine geringere Produktauswahl oder bis 18 Uhr reduzierte Öffnungszeiten werden derzeit akzeptiert", sagt Fronaschütz. Die Generation der unter 30-Jährigen würde am wenigsten eine Reduktion der Öffnungszeiten und der Auswahl akzeptieren und freue sich am meisten auf unbeschwertes Bummeln und Einkaufen. 

„Wir haben uns notgedrungen mit den neuen Umständen arrangiert und holen uns über den täglichen Einkauf so etwas wie ein Stück Normalität. Das bedeutet trotz Digitalisierung Chancen für den stationären Handel“, erklärt Fronaschütz. 

Bei der Studie handelt es sich um eine bevölkerungsrepräsentative online-Umfrage. Es wurden 1.000 Menschen ab dem Alter von 16 Jahren befragt.