Weiter großes Vertrauen in Banken. Die Fachhochschule Wiener Neustadt untersuchte die Entwicklung des NÖ Bankensektors. Im Zentrum standen dabei die Struktur des Bankensektors für das Jahr 2017, dessen Performance seit dem Jahr 2006 und die regionalwirtschaftliche Bedeutung der NÖ Banken.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 25. Oktober 2018 (03:11)
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Die Einlagen zeigen in NÖ ein positives Bild: 2017 wuchsen diese um rund sieben Prozent, österreichweit waren es nur rund drei Prozent. Private Haushalte halten übrigens rund 80 Prozent der Finanzeinlagen.

Im Jahr 2017 befanden sich in Niederösterreich die meisten Bankstellen und Bankomaten – von den 560 Haupt- und 3.767 Zweigstellen österreichweit sind 950 in Niederösterreich zu finden.

WKO/Banken in Niederösterreich 2017 , Illustration: Qvasimodo art/shutterstock.com

Zudem steht fast jeder fünfte Bankomat in Österreich in unserem Bundesland, womit es 78 Bankomaten pro 100.000 Einwohner gibt. Das ist nur eines der Ergebnisse der Studie „Banken in Niederösterreich 2017“, die von der FH Wiener Neustadt für die Wirtschaftskammer Niederösterreich erstellt wurde.

Untersucht wurde auch, welchem Sektor die Bankstellen in NÖ zuzuordnen sind. Fast jede zweite ist dem Raiffeisensektor unterstellt, während rund 23 Prozent auf Sparkassen entfallen. Auch Aktienbanken und Volksbanken spielen in der Region eine große Rolle.

Besonders die Aktienbanken haben ihre Präsenz in NÖ seit 2006 stark erhöht. Bei den Raiffeisen-, Sparkassen- und Volksbankensektoren kam es dagegen zu Zweigstellenschließungen.

Beschäftigungsrückgang über Jahre

Erhoben wurde auch die Anzahl der Beschäftigten im Bankwesen: Mehr als jeder Neunte ist in NÖ in diesem Bereich tätig. Österreichweit arbeiten so 71.523 Personen in diesem Sektor, in NÖ sind es 7.845. Damit liegt unser Bundesland an dritter Stelle hinter Wien und Oberösterreich. Seit 2013 gibt es bei den Beschäftigten jedoch einen stetigen Rückgang, der sich – außer in Oberösterreich – in Gesamtösterreich zeigt.

Das Gegenteil zeigt sich beim Betriebsergebnis bei den NÖ Banken: In den letzten fünf Jahren stieg dieses im Schnitt um rund 1,8 Prozent pro Jahr. 2017 wurde so ein Betriebsergebnis von 308 Millionen Euro verzeichnet. Das entspricht einem Ergebnis von rund 39.300 Euro pro Beschäftigtem und damit einem Produktivitätsplus pro Beschäftigtem von rund 17 Prozent.

Positives Bild bei Einlagen und Krediten

Positiv zeigt sich auch das Bild bei der Nettozinsmenge – also der Differenz zwischen den erhaltenen und gezahlten Zinsen: Inden letzten zwölf Jahren weist NÖ im Bundesländervergleich (mit wenigen Ausnahmen) die höchste Nettozinsmenge auf. So ist das Volumen der Einlagen ebenso gestiegen wie jenes der vergebenen Kredite.

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Jeder fünfte Bankomat in Österreich steht in NÖ – damit gibt es pro 100.000 Einwohner 78 Bankomaten.

Fast die Hälfte des Kreditvolumens ist dabei an Unternehmen vergeben. Das Wachstum in diesem Bereich sowie bei den hypothekarisch besicherten Krediten ist in NÖ aber kein neues Phänomen – seit 2006 ist es vergleichsweise hoch.

Ein neues Bild zeigt sich dagegen seit 2016 bei den Einlagen. Diese wachsen in NÖ wieder stärker als im österreichischen Durchschnitt: Im Jahr 2017 beträgt das Wachstum rund sieben Prozent, im Österreichschnitt sind es rund drei Prozent.

Anteil der Spareinlagen über Österreichschnitt

Der Anteil der Spareinlagen liegt laut Studie so deutlich über dem Österreichschnitt. Fast zehn Prozent der Einlagen bei österreichischen Banken sind 2017 bei Banken mit Hauptstandort in Niederösterreich veranlagt. Private Haushalte halten übrigens rund 80 Prozent der Finanzeinlagen.

Die Entwicklung der NÖ Refinanzierungsquote lag im Jahr 2017 bei rund 107 Prozent – und damit erstmals seit 2013 wieder über dem österreichischen Durchschnitt von rund 105 Prozent.

Wachstum bei Krediten und Versicherungen

Auch das Kredit- und Versicherungswesen in Niederösterreich wächst überdurchschnittlich stark. 2016 leistete dieses so einen Beitrag von etwas mehr als drei Prozent zur gesamten niederösterreichischen Bruttowertschöpfung.

In Hinblick auf den Wirtschafts- und Lebensstandort NÖ zeigen die Banken 2017 ein starkes Engagement. Sogenannte CSR-Aktivitäten, also solche, die mit einer unternehmerischen Sozialverantwortung zu tun haben, stiegen gegenüber 2016 um rund sieben Prozent auf über neun Millionen Euro.


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