Junge leben „gut“ in Niederösterreich. Laut Studie sind 16- bis 30-Jährige zufrieden. Starter-Wohnungen werden genutzt.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 03. März 2020 (04:25)
Quelle: t factory Trendagentur; Illustration: tynyuk/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Eine 80 Quadratmeter große Wohnung mit drei Zimmern bildet für junge Niederösterreicher das ideale Zuhause. Das ergab die Studie „Wie die Jugend wohnen will“, die Landesrat Martin Eichtinger mit WET-Geschäftsführer Christian Rädler und Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier präsentierte.

Miteinbezogen wurde in die Forschung die Meinung von 1.000 Niederösterreichern zwischen 16 und 30 Jahren. Dabei zeigte sich, dass die Jugend mit ihrer Wohnsituation zufrieden ist. Die Befragten bewerten sie im Durchschnitt mit „Gut“. Überdurchschnittlich zufrieden zeigten sich jene, die am Wiener Stadtrand wohnen.

Abgefragt wurde dabei auch die aktuelle Wohnsituation. Es zeigte sich, dass alleine nur die wenigsten Jungen leben. Der Großteil, 87 Prozent, lebt mit anderen zusammen. 43 Prozent der 16- bis 30-Jährigen leben noch zuhause. Nur etwas weniger wohnen in einem Haus als in einer Wohnung: nämlich 47 im Vergleich zu 52 Prozent.

NÖ bekommt pro Jahr 4.000 neue Wohnungen

Insgesamt werden in NÖ pro Jahr etwa 4.000 Wohneinheiten umgesetzt. „Auch für das Jahr 2020 ist von dieser Größenordnung auszugehen“, heißt es aus dem Büro Eichtinger. Um den Jungen den Schritt in die ersten eigenen vier Wände zu erleichtern, startete das Land „Junges Wohnen“. 900 Einheiten dieser Art wurden in den vergangenen Jahren bezogen. Diese sind maximal 60 Quadratmeter groß und können von unter 35-Jährigen gemietet werden. Damit es auch leistbar ist, darf der Finanzierungsbeitrag dabei nicht mehr als 4.000 Euro betragen. Vorreiter ist neben der Landeshauptstadt der Bezirk Gänserndorf. Dort wurden bereits sieben derartige Projekte realisiert.

Gestartet wurde vom Land nun auch ein zweites Modell für junge Menschen, das „Flexi Wohnen“. Dabei können bis zu drei Leute in einer Art WG zusammenleben. Ein erstes Projekt gibt es in St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln). „Mit den Förderschienen ermöglichen wir auch für diese Bevölkerungsgruppen, leistbar in ihrer Heimatregion zu wohnen“, sagt Eichtinger.

In die Großstadt zieht es die Niederösterreicher laut der Studie übrigens nur, solange sie unter 25 sind und noch keine eigene Familie gegründet haben. „Dann steigt das Interesse am Leben in kleinen, ruhigen Gemeinden“, sagen die Forscher.