Elektro-Lkw gewinnen Städte schneller als E-Autos. Letzte Woche konnte man in Twitter einen „Kampf“ zwischen Elon Musk, CEO von Tesla, und Bill Gates, dem Erfinder von Microsoft, um die Lebensfähigkeit von Elektro-LKW beobachtet. Distanzieren wir uns aber von den Streitigkeiten zwischen Milliardären und betrachten wir die LKW-Position auf der umweltfreundlichen, bzw. elektrischen Fahrzeugbühne.

Erstellt am 25. September 2020 (10:42)
shutterstock.com/Lukas Gojda

Immer noch existieren unterschiedliche Meinungen dazu: Einerseits gibt es diejenigen, die die Lebensfähigkeit von emissionsfreien LKW zu hohen Preisen in Frage stellen. Auf der anderen Seite glauben einige Enthusiasten daran, dass Elektro-LKW in die Städten früher kommen als ihre viel kleineren und leichteren Brüder PKW. Der Grund dafür ist ihre nachhaltige Vorteile, beispielsweise niedrige CO2-Emissionen, geringe Wartungs- und Energiekosten.

Tatsächlich sind solche Vorteile für die städtische Umwelt sehr anziehend und gewinnend, weil man häufig Strategien zur Erweiterung der Nachhaltigkeit und zur Optimierung der städtischen Mobilität von Dienstleistungen wie der Müllabfuhr verfolgt.

Die größten LKW-Marken wie Iveco, Mercedes-Benz, Scania, Volvo Trucks, Renault Trucks setzen auf elektrische Fahrzeuge, egal ob sie schwer oder leicht sind.

2009 war Renault Trucks ein Vorreiter, der als erster im europäischen Raum die Elektrofahrzeuge für den Güterverkehr eingeführt hat. Derzeit verkauft der französische Hersteller die zweite Generation seiner Elektrofahrzeuge, darunter den Master ZE sowie die D ZE- und D Wide ZE mit Ladekapazitäten von 3,5 bis 26 Tonnen.

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Seit 2018 investiert Mercedes-Benz Trucks ins Segment der Elektrofahrzeuge. Zehn eActros (18 und 25 Tonnen) wurden an die deutschen und schweizerischen Unternehmen für weitere Betriebstests geliefert. Der Hersteller zielt darauf, ab dem Jahr 2021 emissionsfreie und leise LKW serienmäßig auf die Straßen bringen.

Ende 2019 war ein Start für die Verkäufe und die Serienproduktion von Volvo FE Electric und Volvo FL Electric. Diese zwei schweren Elektro-LKW sind für den Baubetrieb und den regionalen Verteilerverkehr ausgerichtet. Laut Hersteller sind ihre vollelektrischen Fahrzeuge so konzipiert, dass sie jeweilige Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden und der Umwelt erfüllen können.

Ab 2021 erwartet man Scania Elektro-LKW in Deutschland. Dabei bietet der schwedische Hersteller schon seit langen zwei LKW-Hybridmodellen.

Der Daily Electric von Iveco hat eine Reichweite bis zu 200 km. Die Zahlen hängen vom Betriebsmodus und Fahrweg ab. Nach Angaben des Herstellers wurden die Batterien so angepasst, dass die Effizienz um 20% erhöht wurde, das Gewicht derzeit reduziert wurde. In der Praxis kann der neue Daily im Vergleich zur Vorgängerversion bis zu 100 kg mehr Nutzlast aufnehmen. Außerdem arbeitet Iveco zusammen mit dem US-amerikanischen Unternehmen Nikola. Sie haben schon den gemeinsam entwickelten batterieelektrischen Lkw Nikola Tre präsentiert. Seit vielen Jahren beschäftigt sich dabei der italienische Produzent in Richtung Gasantriebe. Der neue umweltfreundliche IVECO Stralis Natural Power mit einer Reichweite bis zu 1800 km ist ein krasses Beispiel dazu. Der Iveco Truck erledigt alle Transportaufgaben und fährt sich dabei leiser im Unterschied zum Diesel. Das ist der erste LKW, der sowohl CNG als auch LNG tanken kann.

Daimler Trucks hat vor bis 2022 in alle Transportbereiche seine E-LKW einzusetzen: der FUSO eCanter für den leichten Güterverkehr, der Mercedes-Benz eActros und der Freightliner eCascadia für den schweren Güterverkehr. Laut einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens sind ihre Kunden mehr als 7 Millionen Kilometer weltweit mit CO2-neutralen, batteriebetriebenen LKWs und Bussen gefahren.

Mehrere Experten weisen darauf hin, obwohl die E-LKW teurer als traditionelle Diesel sind, ihre Wartungskosten sind viel geringer. Dies und ihre Umweltfreundlichkeit bedeuten, dass Investitionen von Herstellern und Geld von Kunden nicht zum Fenster hinausgeworfen werden.