Telekom-Affäre könnte sich noch ausweiten. Der frühere Telekom-Manager Gernot Schieszler, der in der Telekom-Affäre eine Schlüsselrolle spielt und sich der Justiz als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat, hat der Staatsanwaltschaft "mehr gesagt als bisher veröffentlicht wurde". Das sagte Schieszlers Anwalt Stefan Prochaska am Mittwochabend im ORF. Prochaska wiederholte auch die in der Korruptionsaffäre von Schieszler erhobenen Vorwürfe.

Erstellt am 25. August 2011 (13:04)

Der frühere Telekom-Manager Gernot Schieszler, der in der Telekom-Affäre eine Schlüsselrolle spielt und sich der Justiz als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat, hat der Staatsanwaltschaft "mehr gesagt als bisher veröffentlicht wurde". Das sagte Schieszlers Anwalt Stefan Prochaska am Mittwochabend im ORF. Prochaska wiederholte auch die in der Korruptionsaffäre von Schieszler erhobenen Vorwürfe.

So soll der frühere Verkehrsminister Gorbach (FPÖ/BZÖ) die Universaldiensteverordnung im Sinne der Telekom Austria geändert haben. Als Gegenleistung soll die Telekom Gorbach nach seiner Ministerzeit 264.000 Euro bezahlt haben. Ob Gorbach das Geld tatsächlich bekommen habe, wisse Schieszler nicht, sagte sein Anwalt. Es sei aber "eine Dame" bezahlt worden, die das Geld möglicherweise weitergegeben habe. Gorbach soll die Vorwürfe bei seiner Einvernahme vehement bestritten haben, berichtet das Magazin "News".

Prochaska sagte auch, dass 600.000 Euro von der Telekom Austria über eine dem BZÖ und der FPÖ nahestehende Werbeagentur an das BZÖ geflossen seien. Auch bei der Vergabe des Polizeifunk-Auftrages soll unter der schwarz-blauen Regierung eine Gruppe rund um die Telekom bevorzugt worden sein, von der Telekom sollen dafür später über den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly mehr als 1 Mio. Euro geflossen sein.

Der jetzige Telekom-Chef Hannes Ametsreiter, der von vermuteten Kursmanipulationen selbst profitiert hatte, zweifelt dennoch nicht daran, dass er der richtige Mann an der Telekom-Spitze ist, wenn es um die Aufklärung geht. Er selbst habe den 400 Seiten starken Bericht an die Staatsanwaltschaft übergeben, der zur Aufdeckung des Valora-Falles beitragen werde, sagte Ametsreiter im ORF-Radio.

Christoph Ulmer, ehemaliger Kabinettschef des damaligen ÖVP-Innenministers Ernst Strasser, will indessen das Nachrichtenmagazin "News" klagen. Das hat Ulmers Anwalt Werner Suppan angekündigt. Suppan wirft dem Magazin Kreditschädigung durch die Berichterstattung in der aktuellen "News"-Ausgabe über vermutete Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe des Polizeifunksystems an ein Bieterkonsortium im Jahr 2004 vor.