Teuerungsdruck in Eurozone überraschend geringer. Die Teuerung in den 17 Euro-Ländern hat im Juli entgegen den Erwartungen etwas nachgelassen. Die Verbraucherpreise zogen um lediglich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Experten hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate auf dem Juni-Niveau von 2,7 Prozent verharrt.

Erstellt am 29. Juli 2011 (14:28)

Die Teuerung in den 17 Euro-Ländern hat im Juli entgegen den Erwartungen etwas nachgelassen. Die Verbraucherpreise zogen um lediglich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Experten hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate auf dem Juni-Niveau von 2,7 Prozent verharrt.

Von Entwarnung kann freilich nicht die Rede sein: Stabile Preise sieht die Europäische Zentralbank (EZB) erst mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Deshalb sinke der Handlungsdruck auf die EZB etwas, sagte Nick Kounis von der niederländischen ABN Amro-Bank. "Es wird so eventuell etwas leichter für die EZB, ihren Zinserhöhungskurs wenigstens kurz zu verlassen und eine längere Pause einzulegen, sollten sich die Risiken für ein Ende des Aufschwungs intensivieren."

Bleibt die Frage nach der Ursache der überraschend niedrigen Inflationsrate. Howard Archer vom Analysehaus IHS Global Insight meint die Antwort zu kennen: "Die Zahl ist ziemlich eindeutig und auch signifikant durch einen recht deutlichen Rückgang der Verbraucherpreise in Italien beeinflusst." Dort gab die Teuerung im Juli auf 2,1 Prozent nach. Im Vormonat war die italienische Inflationsrate im Jahresvergleich noch um 3 Prozent geklettert.

Die Sparquote der privaten Haushalte in der Eurozone blieb indes im ersten Quartal 2011 mit 13,3 Prozent gegenüber den vergangenen drei Monaten 2010 gleich. In der EU-27 ist die Sparquote dagegen von 11,2 auf nunmehr 11,6 Prozent gestiegen, geht aus den jüngsten Daten von Eurostat hervor. Die Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass die realen Konsumausgaben im gleichen Tempo abnahmen wie das real verfügbare Einkommen.