Teurer Wohnen durch Homeoffice

Einfamilienhäuser wurden um 7,6 Prozent teurer. Im Trend sind Heime im Grünen.

Verena Huber Erstellt am 23. September 2021 | 05:48
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Homeoffice brachte neue Trends und einen bundesweiten Preisanstieg bei Wohnimmobilien.
Foto: Shutterstock.com/baranqy

Wohneigentum in Österreich verteuerte sich 2020 um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. NÖ zählt bundesweit zu den günstigeren Regionen. Aber auch hierzulande wird das Wohnen teurer und das Preisgefälle zum restlichen Österreich kleiner. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen im Vorjahr in NÖ um 7,6 Prozent - mehr als im bundesweiten Schnitt. Das zeigt eine gemeinsame Studie von Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Raiffeisen Research und Raiffeisen Immobilien.

Große Unterschiede gibt es am NÖ Wohnimmobilienmarkt in den Kommunen. „Nirgendwo sonst schwanken die Preise von Haus, Wohnung oder Grund auf Bezirksebene derart wie in Niederösterreich“, sagt Peter Brezinschek, Raiffeisen Research-Chefanalyst. Gründe dafür seien die Nähe zu Wien und dass die Landeshauptstadt in der Landesmitte liegt. Preiszuwächse gab es 2020 bei Immobilien im Speckgürtel sowie in Amstetten und Wr. Neustadt entlang der Süd- und Westbahn.

Unabhängig von der Krise sei es erneut teurer geworden in Tullnerfeld, Wagram und Bruck an der Leitha. Folglich sei die durchschnittliche Kreditsumme für den Immobilienkauf gestiegen. Und zwar in den vergangenen zwei Jahren um rund zehn Prozent auf 330.000 Euro, weiß Reinhard Karl, Generaldirektor-Stv. und Kommerzkundenvorstand der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Terrasse, Garten und gute Internetanbindung

Wohnen im Grünen war in Zeiten von Homeoffice allerorts gefragter. Somit größere Heime mit 80 bis 85 Quadratmetern und Garten oder Terrasse, meint Peter Weinberger, CEO von Raiffeisen Immobilien NÖ/ Wien/Burgenland. Eine gute Internetverbindung sei ein Muss, ergänzt Weinberger und sagt: „Ein gutes Breitbandnetz ist inzwischen attraktiver als ein gutes Verkehrsnetz.“

Generell gilt am Immobilienmarkt laut Matthias Reith, Senior Ökonom von Raiffeisen Research: „Ohnehin schon Teures wird schneller noch teurer.“ Die durch Homeoffice entstandenen Trends seien aber eine Chance für ländliche Regionen wie das dünner besiedelte Waldviertel, sagt Weinberger.