Erstellt am 10. Januar 2017, 13:31

von APA Red

Hofer geht mit "FairHOF" an den Start. Gemeinsame Initiative mit dem oberösterreichischen Fleischverarbeiter Hütthaler - Schweinebauern erhalten 30 Prozent mehr - Produkte für Konsumenten um 15 bis 20 Prozent teurer.

Hofer Filiale  |  © Hofer

Der Lebensmitteldiskonter Hofer und der oberösterreichische Fleischverarbeiter Hütthaler wollen mit einer gemeinsamen Initiative neue Standards bei Schweinefleisch setzen. Sie haben dazu die Initiative "FairHOF" gestartet. Ab morgen werden in den Hoferfilialen in Ober- und Niederösterreich, Wien und Teilen von Salzburg erstmals Fleischprodukte unter der Marke "FairHof" in den Regalen stehen.

Das Projekt ist Teil der Hofer-Nachhaltigkeitsinitiative "Projekt 2020", die sich 2017 dem Thema Landwirtschaft widmet. Von diesem "Tierwohl-Projekt" sollen sowohl die Bauern als auch die Tiere profitieren, betonten Hofer Generaldirektor Günther Helm und der Geschäftsführer der Hütthaler KG, Florian Hütthaler, am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien.

Bisher nehmen an dem "FairHOF"-Projekt 15 Schweinezüchter teil. Sie haben in Vorbereitung darauf ihrer Schweinestallungen um- und ausgebaut, um den Schweinen eine auf das Tierwohl abzielende Haltung zu ermöglichen. So erhalten die Schweine etwa mehr Auslauf, auch ins Freie, wodurch sie resistenter gegen Krankheiten seien, betonte Hütthauer. "Man merkt den Tieren an, woher sie kommen", so Hütthauer, der sonst großteils Schweine aus normaler Masttierhaltung verarbeitet.

"Mit dem Projekt haben wir Mindeststandards für das Tierwohl für den Markt gesetzt", so Hütthaler. Mit der Initiative, die auf Regionalität, frische und Transparenz setze, könne auch dem Bauernsterben Einhalt geboten werden, meinte Helm. Zwei Hofe hätten ohne dieses Projekt zugesperrt.

Hofer zahlt den Bauern im Durchschnitt 30 Prozent über dem Normalpreis. Die daraus hergestellten derzeit 14 Fleischprodukte werden den Konsumenten um 15 bis 20 Prozent teuerer angeboten als die Normalware.

Die Bauern erhalten für die von ihnen gemästeten Schweine neben einem garantierten Mindest-Börsenpreis und einem 30-prozentigen "Tierwohlpreisaufschlag" eine fünfjährige Abnahmegarantie, veterinärmedizinische Unterstützung und werden jährlich extern überprüft. Den Tieren wird ein gesünderes Aufwachsen mit Auslauf in stressfreier Umgebung in großen Stallungen ermöglicht. Die Fütterung erfolgt mit hofeigenem Futter und gentechnikfreien Donausoja und sie erhalten Stroheinstreu. Die Transportwege zum Schlachthof sind nicht länger als 50 Kilometer.

Die derzeit 15 teilnehmenden regionalen Landwirte mästen derzeit 13.000 Schweine. Bis Jahresende sollen es 20.000 Schweine sein. Geplant ist, die Produktlinie bei guter Annahme durch die Konsumenten auf ganz Österreich auszuweiten. Laut Helm liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Schweinefleisch in Österreich mit 55 Kilogramm pro Jahr um 10 Kilogramm über dem EU-Schnitt.