NÖ als Alternative zum Ausland. „7-Millionen-Nächtigungslatte“ soll fallen.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 08. August 2017 (03:00)
Tschank
Das Wechselgebiet rund um St. Corona wurde gezielt für Mountainbiker erschlossen. Im Bild Tourismus-Landesrätin Petra Bohuslav mit Bürgermeister Michael Gruber und zwei Nachwuchsmountainbiker auf einer der Strecken.

Für Tourismus-Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) hat der heurige Sommer sehr erfreulich begonnen. Die jüngsten Tourismuszahlen der Statistik Austria bestätigten den Aufwärtstrend bei den Nächtigungszahlen. „Es sieht gut aus, dass wir heuer die Sieben-Millionen-Nächtigungslatte überspringen“, so Bohuslav zur NÖN. Womit auch der Fahrplan für ihre Tourismusstrategie stimmt. Demnach soll NÖ im Jahr 2020 über 7,2 Millionen Nächtigungen verbuchen können.

Natürlich spielt dabei auch die unsichere Lage in Urlaubsgebieten im Ausland mit. Bohuslav: „Wir sind die gute Alternative zum klassischen Urlaub.“ Allerdings auch, dass man gezielt versucht hat, die Stärken von Niederösterreich auszubauen. Vor Jahren bereits das Angebot bei Genuss und Kulinarik oder beim Radtourismus entlang der Donau. Zuletzt mit dem Bergsommer – „Der wird bei uns sehr gut angenommen.“ (Bohuslav).

Zuletzt auch mit eigenen Urlaubsgebieten für Mountainbiker. Dabei wird nicht auf die Forderung gesetzt, dass alle Forststraßen für Mountainbiker geöffnet werden sollten. Vielmehr werden eigene Mountainbike-Gebiete definiert, wo es die passenden Strecken für diese Sportler gibt. Etwa im Wechselgebiet rund um die Gemeinde St. Corona, wo drei neue, so genannte „Wexl Trails“ angeboten werden. Petra Bohuslav: „Unsere Strategie ist es, touristische richtige Mountainbike-Gebiete anzubieten. Wir bieten einzigartige Strecken an, die von Mountainbikern für Mountainbiker entwickelt worden sind.“

Genügend Betten für das Nächtigungsplus

Insgesamt ist Bohuslav überzeugt, dass NÖ auch genügend Betten anbieten kann, um dem Nächtigungstrend gerecht zu werden. Etwa durch neue Hotels in Wieselburg oder Tulln. Und auch durch neue Konzepte wie das DorfResort Mitterbach, wo ecoplus ein einzigartiges Kooperationsmodell entwickelt hat, bei dem seit dem Jahr 2015 Beherbergungsbetriebe von einer Stelle aus gemeinsam verwaltet werden. Anfangs gab es dabei Querelen mit der Wirtschaftskammer, mittlerweile arbeitet man zusammen. Bohuslav: „Das ist ein erfolgreiches Pilotprojekt. Es funktioniert, wenn die Betriebe zusammenspielen.“ Und: „Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer bieten wir das Projekt auch anderen Gemeinden an.“

Der Aufwärtstrend zeigt sich auch bei den Tourismusförderungen. Im Jahr 2015 wurden 149 Projekte mit einem Volumen von 36,2 Millionen Euro bewilligt, 2016 waren es 183 mit 53,2 Millionen Euro.

"Das ist wirklich ein Problem"

Natürlich läuft es nicht in allen Tourismusregionen reibungslos. Sorgenkind ist der Semmering, wo die ukrainischen Investoren etwa das Hotel Panhans derzeit geschlossen haben. Landesrätin Bohuslav: „Das ist wirklich ein Problem. Wir sind mit den Ukrainern im Kontakt und helfen auch, wenn um Hilfe angefragt wird.“

Übrigens: Die Digitalisierungsoffensive, die sich das Land verpasst hat, wird auch im Tourismus umgesetzt. Mit einer einzigartigen App in Verbindung mit der NÖ-Card. Start soll im April 2018 sein. Und man will sich im Bereich Genuss und Kulinarik gezielt mit den Anliegen der Wirte auseinandersetzen. Bohuslav: „Wir werden uns das in den kommenden Monaten genau anschauen.“