Verkehrsbüro öffnet Ruefa-Reisebüros im Juni. Der österreichische Tourismuskonzern Verkehrsbüro verkauft seine Reisen ab Juni auch wieder vor Ort. "Die 101 Ruefa-Reisebüros mit rund 500 Mitarbeitern sind derzeit geschlossen und werden ab 2. Juni wieder aufsperren. Dass wir welche überhaupt schließen oder Mitarbeiter abbauen, ist nicht geplant", erklärte Vorständin Helga Freund in der aktuellen Ausgabe des Magazins "News".

Von APA, Redaktion. Erstellt am 08. Mai 2020 (13:51)
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Im Konzern befinden sind den Angaben zufolge derzeit alle 3.000 Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet. Bei den meisten betrage die Stundenreduktion 90 Prozent, bei einigen 50 Prozent, so Freund: "Es befinden sich so gut wie alle im Home-Office, und das wird voraussichtlich bis Ende Juni so bleiben."

Die Coronakrise sei "ein dramatischer Einschnitt" gewesen, "bei dem wir von einem Tag auf den anderen von 100 Prozent auf null eingebremst wurden. Es sind einfach keine Buchungen mehr hereingekommen." Sowohl bei Ruefa als auch bei Eurotours beziehungsweise Hofer Reisen seien "jeweils über 1.000 Kundinnen und Kunden aus der ganzen Welt zurückgeholt" worden. "Alles in Eigenregie und aufgrund von Flughafen- und Grenzsperren sowie ausgesetzten Flugverbindungen unter hohem Zeitdruck und auf eigene Kosten. Der endgültige Betrag ist hier noch nicht klar - wir gehen aber von einem deutlich sechsstelligen Eurobetrag aus", so Freund, die auch Chefin von Ruefa und Eurotours ist.

Relativ gute Buchungslage für Österreich

Für das heurige Urlaubsjahr stellt sich der Verkehrsbüro-Konzern dem Bericht zufolge auf "verschiedene Szenarien" ein, wobei nicht klar ist, welche tatsächlich eintreten werden. Eines davon ist der Urlaub in Österreich. Dafür würden entsprechende Angebote geschnürt. Auslandsreisen würden hingegen von den Corona-Infektionszahlen abhängen und davon, wie weit es wieder Reisefreiheit geben wird - und wenn ja, in welche Länder. "Auch dafür haben wir entsprechende Szenarien: Wenn Kroatien offen ist, wird es entsprechende Angebote zum Buchen geben. Und wenn Deutschland seine Grenzen wieder öffnet, gibt es auch dort viel zu entdecken, inklusive Meerurlaub an der Ostsee beispielsweise", so Freund. Allerdings seien "Fernreisen für den Sommer 2020 nicht so realistisch".

Die aktuelle Buchungslage für Österreich-Urlaube ist laut Freund "gar nicht so schlecht". Vor allem für die Kärntner Seen, das Salzburger Land, Burgenland und auch Tirol sei Nachfrage da. "Wenn auch nur bei rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau - das ist dennoch ein Positives Zeichen."

Es würden auch schon wieder Buchungen für den Winterurlaub in Tirol und Salzburg hereinkommen - aus Deutschland und den Niederlanden. Freund glaubt aber, "dass es auch durch die verschiedenen Vorgaben und neuen Hygienestandards ein Umdenken im Tourismus geben wird - vor allem auch hin zu nachhaltigeren Angeboten".