Trafikanten erzürnt. Initiative / Geplante Richtlinien der EU stoßen Fachhändlern sauer auf. Über 100.000 Unterschriften wurden gesammelt.

Erstellt am 18. Juni 2013 (10:00)
NOEN, VCPÖ/APA Rastegar
Ernste Gesichter (v. l.): Peter Trinkl, Tina Reisenbichler, Michael Svoboda und Wilhelm Gröbner.VCPÖ/APA Rastegar
Von Sebastian Lemp

Im Dezember vergangenen Jahres legte die Europäische Kommission Vorschläge für neue Tabakproduktrichtlinien vor. Eine Umsetzung hätte etwa das Verbot von Zusatzstoffen wie Menthol oder Vanille zur Folge. Schockbilder, die 75 Prozent der Packung abdecken, würden Zigarettenschachteln zieren.

„Liebe EU, es reicht!“

Die Initiative des Verbands der Cigarren- und Pfeifenfachhändler (VCPÖ) „Liebe EU, es reicht!“ konnte indes bereits mehr als 100.000 Protestunterschriften sammeln. Laut Peter Trinkl, dem Bundesgreminalobmann der Tabaktrafikanten Österreichs, kommen davon rund 20 Prozent aus Niederösterreich. „Diese Zustimmung der Bürger zeigt, dass die EU auf dem falschen Weg ist“, meint VCPÖ-Vizepräsident Wilhelm Gröbner.

„Wir wollen mit der Aktion Politiker aufmerksam machen. Eine große Anzahl an Unterschriftenkarten wird seit Februar täglich einzeln frankiert an Politiker wie Werner Fayman oder Othmar Karas gesendet“, erläutert VCPÖ-Präsident Klaus Fischer.

Bei einer Studie des VCPÖ gaben laut Gröbner 70 Prozent der Befragten an, nicht an die Wirkung von Schockbildern zu glauben. Deshalb sei die Verschärfung ohnehin nicht sinnvoll und würde nur den Trafikanten und somit der Wirtschaft erheblich schaden.

„Man kümmert sich lieber um wenig sinnvolle Produktrichtlinien als etwa um Schmuggel. Mit Schauerbildern sind vor allem auch die Kunden nicht einverstanden“, erklärt Trinkl.