Kundgebung gegen die Waldviertelautobahn in St. Pölten. Bürgerinitiativen aus dem Wald-,Wein- und Mühlviertel fanden sich am 12. Dezember am Landhausplatz in St. Pölten zu einer Kundgebung der überparteilichen Plattform "Lebenswertes Waldviertel" ein: Bei der letzten Landtagssitzung dieses Jahres protestierten hunderte Menschen gegen den geplanten Bau der Waldviertel-Transitautobahn.

Von Martina Hofer. Erstellt am 13. Dezember 2019 (11:46)

Seit bekannt geworden ist, dass die Absicht der Landesregierung besteht, unter dem Namen „Europaspange" eine Autobahn durch die Landschaft des Waldviertels zu schlagen, formiert sich Widerstand unter der Zivilbevölkerung. Die Sorge besteht, dass dieses Bauprojekt den Landstrichen und seiner Bevölkerung Schaden zufügen würde. Gleichzeitig war die Kundgebung eine Befürwortung des Ausbaus der Franz-Josefs-Bahn.

Die Grünen NÖ, als einzige Partei immer gegen die Waldviertelautobahn klar positioniert, unterstützen mit ihren drei Abgeordneten vor Ort die Teilnehmer der Kundgebung. Grüne Waldviertelabgeordnete Silvia Moser: „Für die Grünen NÖ ist es unverständlich, warum das Land NÖ weiterhin trotz dringend notwendiger CO2 Reduktion und der drohenden Milliarden Baukosten an so einem Projekt wie der Waldviertelautobahn festhält. Unser Niederösterreich braucht vieles, aber sicher keine Transitschneide.“

Ausbau des Schienennahverkehrs gefordert

Als Klimahauptstadt 2024 soll die Region St. Pölten zu einem Vorreiter in Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz werden, mit Vorbildwirkung für alle Regionen Niederösterreichs. Der geplante Ausbau der Transitautobahn schade diesem Vorhaben.

Die Plattformen "Lebenswertes Waldviertel", "Verkehrs-und Regionalforum Waldviertel" und "Pro Franz-Josefs-Bahn" fordern, die für den Autobahnbau notwendigen Gelder im Waldviertel für Investitionen in Bildung, Klimaforschung und vor allem in den Ausbau der Franz Josefs Bahn einzusetzen.

7,2 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen müsse der Verkehrssektor laut nationalem Energie-und Klimaplan einsparen. Daher fordern die Bürgerinitiativen sofortige Stilllegung der Autobahnpläne, den Stopp der Strategischen Prüfung und die Rücknahme der beauftragten Erstellung einer Trassenführung.

Landesrat Ludwig Schleritzko lud nach Austausch mit den Kundgebungsteilnehmern am Landhausplatz die Initiativenvertreter und Gastredner zu einem kurzen Gespräch ins Landhaus. Thomas Kainz von der Plattform "Lebenswertes Waldviertel" überreichte einen Appell an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Ein Dialog der Initiativen über das Thema "Waldviertel-Transitautobahn" wurde mit dieser Kundgebung eingeleitet.