Bilanz: Jede 4. Banane ist Fairtrade. 304 Millionen Euro Umsatz machte Fairtrade 2017 in Österreich, knapp ein Fünftel davon in NÖ.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 23. Mai 2018 (02:09)
Bananen sind neben Kaffee, Baumwolle und Kakao die Wachstumstreiber des Fairtrade-Umsatzes in Österreich.
Nathalie Bertrams

Ob Blumen, Baumwolle, Kakao oder Kaffee: Fairtrade-Produkte sind in Österreich angekommen. Rund 1.900 Fairtrade-zertifizierte Produkte gibt es in Österreich zu kaufen, allein 2017 ist das Sortiment um 150 weitere Produkte gewachsen.

25 Jahre hat er übrigens bereits auf dem Buckel, der Österreich-Ableger von Fairtrade. Der geschätzte Umsatz von Fairtrade-zertifizierten Produkten ist kontinuierlich gewachsen – allein seit 2011 hat er sich in Österreich mehr als verdreifacht. 2017 lag dieser Umsatz bei 304 Millionen Euro (plus 13 Prozent gegenüber 2016), auf Niederösterreich entfallen davon knapp 58 Millionen Euro. Dennoch ist Fairtrade offensichtlich in Österreich noch ausbaufähig: Gerade einmal 34 Euro gibt jeder Österreicher durchschnittlich für Fairtrade-Produkte aus – im Jahr.

"Bananen sind ein wichtiger Wachstumstreiber"

Den höchsten Anteil am Gesamtumsatz machte 2017 der Kakao. Schokolade und Süßwaren haben einen Umsatzanteil von 44 Prozent erreicht. Dahinter folgen weiter abgeschlagen die Bananen mit 16 Prozent, Fruchtsäfte mit 14 Prozent und Kaffee mit 13 Prozent.

„Bananen sind mit einem Plus von 12,5 Prozent ein wichtiger Wachstumstreiber. Mittlerweile ist jede vierte Banane in den heimischen Regalen eine Fairtrade-Banane“, weiß Kirner. 2017 wurden 23.222 Tonnen Bananen verkauft. Allein in Niederösterreich sind im Vorjahr 4.400 Tonnen Fairtrade-Bananen konsumiert worden. „Auch bei Kakao, Baumwolle und Kaffee gab es 2017 wieder ein solides Wachstum.“

Die Nachfrage nach Trauringen aus fair gehandeltem Gold, die seit 2015 in Österreich erhältlich sind, sei übrigens auch eine große. Nur: „Unser Problem ist, dass die gewonnenen Mengen Fairtrade-Gold derzeit kleiner sind als die Nachfrage.“

Ziel: Bestehende Produkte ausbauen

Für 2018 und die folgenden Jahre will sich Hartwig Kirner in Österreich auf die bestehenden Produktgruppen fokussieren. „Wir wollen hier noch mehr Absatz für die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika generieren. Derzeit können diese oft nur ein Drittel ihrer Ernte zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen. Unser Ziel ist es, 50 Prozent oder mehr zu haben.“

Dieses Ziel soll etwa damit erreicht werden, dass mehr Rohstoffe als Einzelzutaten angeboten werden. „Seit 2014 kann man Zucker und Kakao beispielsweise einzeln in Produkten verwenden – dafür gibt es auch ein spezielles Siegel“, erklärt Kirner. Dies wird künftig auch bei Rosen so sein. „So können zum Beispiel afrikanische Fairtrade-Rosen mit heimischen Blumen in Sträußen gemischt werden, was bisher nicht möglich war.“

Das Fairtrade-Siegel wird an Produkte vergeben, bei denen Kleinbauern und Plantagenarbeiter angemessene Preise für ihre Rohstoffe erhalten.