Betriebsansiedlungen: Lage ist das Wichtigste. Ein Drittel aller Unternehmen in NÖ plant in den nächsten Monaten Investitionen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:46)
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Die NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus will heuer noch rund 37 Millionen Euro in Wirtschaftsparks sowie Technologie- und Forschungszentren investieren. Im Wirtschaftspark in Wiener Neustadt (siehe Foto) sind noch Flächen frei.

Der Standort sowie die Verkehrsanbindung sind die wichtigsten Argumente, warum Unternehmen sich in Niederösterreich wieder ansiedeln würden. Das fand eine Umfrage von „Karmasin Research & Identity“, für die 500 Unternehmen ab fünf Mitarbeiter telefonisch interviewt worden waren, heraus. Die Antworten in der Umfrage (von der Wirtschaftsagentur ecoplus in Auftrag gegeben) fielen durchwegs positiv aus.

Neben Standort und Verkehrsinfrastruktur sind auch die Preise der Grundstücke und Immobilien ausschlaggebende Kriterien für eine Betriebsansiedlung im Land. 49 Prozent der Befragten gaben an, mit Niederösterreich als Wirtschaftsstandort sehr zufrieden zu sein. 36 Prozent waren zufrieden.

Weniger Zufriedenheit im Waldviertel

Nur im Waldviertel zeigte sich, dass die Zufriedenheit unter dem Durchschnitt liegt, denn „nur“ 33 Prozent waren „sehr zufrieden“. „Ich gehe davon aus, dass sich das Thema Arbeitskräfterekrutierung in diesem Bereich noch eine Spur schwieriger darstellt und natürlich die Distanzen andere sind als im Industrieviertel“, erklärt die Meinungsforscherin Sophie Karmasin. Die Umfrage würde außerdem zeigen, dass die Zufriedenheit bei internationalen Unternehmen, die sich in NÖ angesiedelt haben, besonders hoch sei, so Karmasin.

Dass Niederösterreich als Standort beliebt ist, zeigen nicht nur die Ergebnisse der Befragung, sondern auch die Zahlen von ecoplus. Denn in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres 2019 habe die Wirtschaftsagentur bereits 53 Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekte betreut.

Auch was sich die Unternehmer von der Wirtschaftsagentur selbst erwarten, wurde abgefragt. Diese soll laut Befragten bei Förderungen beraten (69 Prozent) sowie bei Behördenverfahren (45 Prozent), bei den Herausforderungen der Digitalisierung (36 Prozent) und durch ihre Netzwerke unterstützen. Hier liege man mit den Schwerpunkten beim Service durchaus richtig, sagt ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

Als nicht überraschend bezeichnet Karmasin das Thema Nummer 1 bei der Frage nach den größten Herausforderungen in den Unternehmen. Hier gaben 64 Prozent der Befragten Fachkräftemangel an, gefolgt von Digitalisierung des Unternehmens (32 Prozent) und dem demografischen Wandel (23 Prozent).

Die Zufriedenheit, die sich in der Umfrage zeigt, würde sich auch bei der Investitionsbereitschaft der Betriebe zeigen, sagt Karmasin. Ein Drittel aller Befragten würde in den kommenden Monaten Investitionen planen. Das sei repräsentativ für Niederösterreich.

„Den Fachkräftebedarf sehen Unternehmer für ihren Betrieb als größte Herausforderung.“ Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav über die Ergebnisse der Umfrage

Doch nicht nur die Betriebe investieren. Das gute Zeugnis sei zwar eine Bestätigung der Arbeit der ecoplus, würde sie aber auch in Verantwortung nehmen, sagt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Für die Wirtschaftsparks und die Technologie- und Forschungszentren habe man daher ein Investitionspaket geschnürt: „Alleine für heuer sind Investitionen in der Höhe von rund 37 Millionen Euro geplant. Für 2020 sind weitere Investitionen in der Höhe von rund 34 Millionen Euro geplant“, so Bohuslav.