Umsatzeinbruch auch bei Taxiunternehmen. Die Taxifahrer in Niederösterreich kämpfen mit Umsatzrückgängen von 80 bis 90 Prozent. Taxi-Gutscheine, wie sie in Wien an Seniorinnen und Senioren verschenkt wurden, würde der Branche auch in Niederösterreich helfen, so Fachgruppensprecher Günther Josef Berger.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 31. März 2020 (21:03)
Mit Kurzarbeit und abgemeldeten Autos sowie Besorgungsfahrten für Stammkunden versuchen die heimischen Taxiunternehmen die aktuellen Umsatzrückgänge zumindest ein wenig abzufedern.
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„Der Branche geht es sehr schlecht.“ Günther Josef Berger, Fachgruppensprecher des Beförderungsgewerbes mit Personenkraftwagen in der Wirtschaftskammer NÖ, findet im Telefonat mit der NÖN klare Worte. Die Auswirkungen des Coronavirus machen auch vor der heimischen Taxibranche nicht Halt. Viele der niederösterreichischen Taxiunternehmen würden Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und die Fahrzeuge vorübergehend abmelden. Manche seiner Kolleginnen und Kollegen würden außerdem Besorgungsfahrten für Stammkunden anbieten. Ein großes Problem, das Berger aktuell sieht: Den Spagat zu schaffen zwischen der Abfederung der immensen Umsatzrückgänge und der Bereitstellung von Versorgung. „Denn wenn wir Fahrten nicht erledigen können, riskieren wir einen schlechten Ruf“, so Berger.

Wunsch nach Unterstützung

Er würde sich in der aktuellen Situation Unterstützung der Politik wünschen, wie etwa in der Bundeshauptstadt Wien. „In Wien ist das Gute, dass die Stadt Gutscheine an ältere Menschen ausgeteilt hat. Das wäre auch in Niederösterreich ein guter Anreiz“, sagt Berger.

In Niederösterreich sind aktuell rund 1.050 Taxis zugelassen, außerdem rund 1.500 Mietwagen. Bei letzteren handelt es sich um Personenbeförderung ausschließlich auf Vorbestellung – nicht zu verwechseln mit dem Verleihgewerbe von Kfz. Alles zusammen gibt es rund 800 Taxi- bzw. Mietwagenunternehmen in Niederösterreich. Viele davon seien laut Berger Ein-Personen-Unternehmen.