Schoeller-Bleckmann operativ in der Gewinnzone. Der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann mit Sitz in Ternitz (Bezirk Neunkirchen) schaffte 2017 einen deutlichen Umsatzsprung und ist operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt - unterm Strich hat sich der Verlust aber deutlich ausgeweitet, weil der Erwerb weiterer Anteile an der US-Tochter Downhole Technology mehr kosten wird als zunächst erwartet und dafür eine Rückstellung gebildet wurde.

Von APA Red. Erstellt am 16. Januar 2018 (08:33)
www.sbo.at

Der im ATX der Wiener Börse notierte Ölfeldausrüster SBO hat 2017 mit einem deutlichen Umsatzsprung operativ die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. "Wir sind aus einem sehr tiefen Tal gekommen", sagte Vorstandschef Gerald Grohmann am Dienstag. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte mit 25 Mio. Euro ins Plus, das Ergebnis vor Steuern war aber noch mit -70 Mio. Euro negativ.

"Das Minus unterm Strich wird man im ersten Quartal nicht mehr sehen", sagte Grohmann, es sei auf einen Einmaleffekt zurückzuführen. Die vor eineinhalb Jahren erworbene US-Tochter Downhole Technology, an der die Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) 68 Prozent hält, habe sich wesentlich besser entwickelt als erwartet, damit sei der Wert des Unternehmens gestiegen und die Anteile der Minderheitsgesellschafter, die man künftig noch zukaufen will, hätten sich auch verteuert. "Dafür mussten wir eine bilanzielle Vorsorge treffen, die aber jetzt nicht zahlungswirksam ist." Kleinere Korrekturen seien hier auf in Zukunft noch möglich, "aber der Löwenanteil ist verdaut".

In der Bilanz schlage sich das jetzt "mit einem fetten Minus" nieder, ohne Berücksichtigung von Optionsbewertungen habe das Ergebnis vor Steuern aber 17 Mio. Euro betragen, das vergleichbare Ergebnis des Vorjahres -62,3 Mio. Euro. Wesentlich sei, dass man operativ den Turnaround geschafft habe, mit einer Verdoppelung des Auftragseingangs auf 340 Mio. Euro und einem Umsatzplus von 76 Prozent auf 322 Mio. Euro, wie aus den heute (Dienstag) veröffentlichten vorläufigen Zahlen hervorgeht. Das endgültige Ergebnis will SBO am 21. März präsentieren.

Im Vergleich zum All-Time-High "noch etwas Luft"

Wann und wie viele weitere Anteile an der Downhole Technology zugekauft werden, "das ist noch offen. Das hängt sowohl von uns als auch von den Minderheitsgesellschaftern ab. Frühestens dürfen wir kaufen oder sie verkaufen am 1. April 2019." Möglicherweise werde man das aber auch erst 2020 oder 2021 tun.

Das Schlussquartal sei noch etwas besser verlaufen als das Vorquartal, berichtete Grohmann, 94,4 Mio. Euro des Jahresumsatzes habe man im letzten Jahresviertel erzielt, nach 92 Mio. Euro im dritten Quartal. "Im Vergleich zum All-Time-High von rund 500 Mio. Euro Jahresumsatz haben wir noch etwas Luft."

Vom Ölpreisanstieg hat SBO profitiert, allerdings sei hier der Zusammenhang nicht so direkt wie bei den Ölförderern, sondern der Effekt stelle sich zeitlich verzögert ein und hänge von der Investitionsbereitschaft der Förderunternehmen ab, erklärte Grohmann. "Ins Jahr 2018 starten wir mit Rückenwind aufgrund des Ölpreises und auch der neuen US-Steuergesetzgebung. Da wir viele Produktionsgesellschaften in den USA haben, werden wir auch davon profitieren." Die Belegschaft habe man im Laufe des vergangenen Jahres bereits um 200 Leute auf zuletzt 1.426 Mitarbeiter aufgestockt.

Aufgrund der positiven operativen Entwicklung des Unternehmens und des vorherrschenden Marktumfeldes werde man wie bereits angekündigt für das Jahr 2017 eine Dividende von 50 Cent pro Aktie vorschlagen.

Der Kurs der SBO-Aktie hat nach den heute veröffentlichten Zahlen leicht um 0,33 Prozent auf 89,75 Euro nachgegeben. Im Jahresabstand hat die Aktie um rund 9 Prozent an Wert gewonnen, während der ATX um 30 Prozent zugelegt hat.