UNIQA steigerte EGT im Halbjahr um 43,2 Prozent. Der seit gut einem Jahr neue UNIQA-Boss Andreas Brandstetter behält das Restrukturierungs-Tempo im Assekuranzkonzern bei und bleibt auch auf Spur, was das für 2013 geplante Re-IPO an der Börse betrifft. Die Struktur der Gruppe soll noch heuer im Herbst börsefit sein, die jetzige sei für Analysten zu kompliziert, sagte der CEO am Mittwoch vor Journalisten.

Erstellt am 29. August 2012 (14:06)

In den nächsten Wochen wolle man die Emissionsbanken auswählen. Indes sind - nach der deutschen Mannheimer - auch die Hotels in der finalen Verkaufsphase, und auch von Beteiligungen wie der verlustträchtigen Epamedia will man sich trennen. Im Kerngeschäft will man den profitablen Wachstumskurs fortsetzen, im CEE-Raum könnte das auch auf Zukäufe hinauslaufen, wenn der Preis stimmt. Und mit der kräftigen EGT-Steigerung im Halbjahr wurde die Basis für die Erreichung der Ziele 2012 gelegt.

Schon mit der heurigen Barkapitalerhöhung vom Sommer, die erst im 2. Halbjahr wirksam wird, verbessert die UNIQA ihre Kapitalstruktur und die Solvabilität. Mit den 500 Mio. Euro daraus wird das Eigenkapital von 1,25 Mrd. Euro Ende Juni auf 1,75 Mrd. Euro klettern. Die Solvency-I-Quote soll sich von 148 auf 185 bis 190 Prozent verbessern, so Brandstetter und Finanzvorstand Hannes Bogner.

"Noch nicht dort, wo wir sein wollen", ist die UNIQA bei der Combined Ratio, den Kosten und Schäden gemessen an den Einnahmen. Belastet durch Sturm, Hagel und zwei Feuer-Großschäden verschlechterte sich diese Quote nach Rückversicherung (netto) von 99,9 auf 100,7 Prozent, brutto von 96,9 auf 97,5 Prozent.

"Auf Kurs" sieht Brandstetter die UNIQA dagegen was das Ergebnisziel für 2012 betrifft - da soll ja das EGT höher ausfallen als die 141,8 Mio. Euro von 2010. "Wir sind optimistisch, das ohne Sondereffekte zu erreichen", sagte der Vorstandschef. 2011 war mit 326 Mio. Euro Minus-EGT ein bitteres Jahr gewesen, neben 190 Mio. Euro Sonderaufwand für die Neuausrichtung des Konzerns gab es auch mehr als 340 Mio. Euro Belastung durch Griechenland-Abschreibungen. Heuer im 1. Halbjahr kletterte das EGT um 43 Prozent auf 107 (74) Mio. Euro. Zu einer Dividende für 2012 wollte sich Brandstetter noch nicht äußern, Analysten erwarteten zuletzt 0,40 Euro je Aktie.