Klimaticket: ÖVP NÖ fordert mehr Mittel vom Bund

Öffis müssen „besser, bequemer und billiger“ werden, appelliert die ÖVP Niederösterreich an den Bund.

Norbert Oberndorfer
Norbert Oberndorfer Erstellt am 22. September 2021 | 05:48
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Symbolbild
Foto: ÖBB

Die Verhandlungen zwischen dem Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und der Bundesregierung um das angekündigte „Klimaticket“ (auch „1-2-3-Ticket“) seien zwar laut Mobilitätsrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) „schon weit“ gediehen, aber man sei „noch nicht am Ziel.“ Weiterhin fehlt die Ostregion im per 26. Oktober gültigen „Klimaticket“.

Mit dem kürzlich präsentierten „1.2.3. Mobilitätsplan blau-gelb“ legt die ÖVP Niederösterreich nun ihre Forderungen gegenüber Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) rund um den Öffi-Verkehr in Niederösterreich auf den Tisch.

„Billiges Ticket“ könnte Ausbau verhindern“

„Es darf nicht sein, dass wir aufgrund der Finanzierung eines billigen Tickets kein Geld mehr für den Ausbau der Infrastruktur haben“, sagt Schleritzko. Seit Juli gebe es einen Vorschlag des VOR. Er beinhalte eine erste Stufe mit den Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, eine zweite mit dem gesamten VOR und eine dritte mit ganz Österreich, sagt Schleritzko. Die konkreten Ticketpreise würden sich an der Bundesabgabe für den Einnahmenentfall orientieren.

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Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) will vom Bund mehr Geld für einen rascheren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in NÖ.
Monihart

Vor dreizehn Jahren habe bereits der frühere VP-Bundesparteiobmann Wilhelm Molterer die Idee eines günstigen Tickets für die Nutzung aller Öffis in Österreich gewälzt. „Was bringt aber ein billiges Ticket, wenn es keine Sitzplätze und keine Angebote gibt?“, sagt VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner und fordert neben billigeren Tickets auch Investitionen in die Öffis.

„Es braucht dringend Entscheidungen für Infrastrukturprojekte, allen voran eine zusätzliche Schienenachse durch Wien“, sagt Ebner. Von 2009 bis 2019 nahm das Fahrgastaufkommen auf der Südbahn um 37 Prozent zu, vor der Krise waren bis zu 30 Prozent der Pendlerzüge in der Hauptverkehrszeit überlastet. Von Norden her sind bis zu 20 Prozent aller Züge in Spitzenzeiten überfüllt. „Bei dem derzeitigen Wirtschaftswachstum und den gesenkten Preisen wird sich die Situation weiter zuspitzen“, warnt Ebner.

Bis 2030 sollen 1,1 Milliarden Euro in den Bahn- und 400 Millionen Euro in den Ausbau des Busverkehrs in Niederösterreich fließen. Für Schleritzko gehe der Öffi-Ausbau in gewissen Bereichen aber zu langsam. „Bei der Erlauftalbahn, Traisentalbahn und Buchbergbahn warten wir seit vielen Jahren auf die Attraktivierung. Bei der Kamptalbahn auf den Ausbau“, sagt Schleritzko und verweist auf Oberösterreich, wo in den letzten eineinhalb Jahren neue Kreuzungsbahnhöfe durch den Bund finanziert wurden.

Die VPNÖ kündigt einen Resolutionsantrag zu den Forderungen an Verkehrsministerin Leonore Gewessler in der kommenden Landessitzung an.