Black Friday: NÖ Handel ist kritisch. Stationäre Fachhändler in NÖ sind oft unglücklich mit der Rabattschlacht rund um den Black Friday. AK Niederösterreich warnt vor vermeintlichen Schnäppchen und Betrügern.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 27. November 2019 (15:24)
Symbolbild
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Der Black Friday steht vor der Tür. Am 29. November locken vor allem Onlinehändler mit großen Preisreduktionen im zweistelligen Prozentbereich. Dieser aus den USA importierte Rabatttag ist in NÖ beim Handel nicht gern gesehen.

„Ich beteilige mich sicher nicht an diesem Rabatttheater“, sagt etwa Nina Stift, Chefin des Modehauses Stift Mode in Tulln, die 80 Mitarbeiter beschäftigt. Stationäre Fachhändler würden ganz anders agieren als die Online-Riesen, sagt Stift. „Ich kann es mir gar nicht leisten, an dieser Rabattschlacht teilzunehmen, weil ich andere Margen habe“.

Stationäre Fachhändler würden ihre Mitarbeiter korrekt bezahlen, die Geschäfte schön dekorieren, etwa auch für Weihnachtsbeleuchtung sorgen und Lehrlinge ausbilden. Dies falle bei den Online-Großhändlern weg, ganz abgesehen vom Steuerthema. Von Kundinnen und Kunden werde sie durchaus auf den Black Friday angesprochen, nur wenige hätten zuerst aber Verständnis dafür, dass sich das Modehaus nicht an diesem Rabatttag beteiligt. Es sei „harte Arbeit“, sie zu überzeugen – dies gelinge aber, nicht zuletzt mit der gebotenen Qualität.

Stift ist Obfrau des Landesgremiums des Handels mit Mode und Freizeitartikeln in der Wirtschaftskammer NÖ und ist Obfrau Handel mit Mode und Freizeitartikeln im ÖVP-nahen Wirtschaftsbund.

Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen

Franz Kirnbauer, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer NÖ, zum Black Friday: „Natürlich kann man als Handelsunternehmen den Black Friday und auch den Cyber Monday für Marketingaktivitäten nützen. Viele unserer Betriebe sehen jedoch kritisch, dass beim Black Friday ausschließlich auf das Thema Preis gesetzt wird.“

Laut Kirnbauer sei beobachtbar, dass die Klein- und Mittelunternehmen im NÖ Handel „meist Qualität und Service in den Vordergrund stellen und daher bei diesen Aktionen sehr zurückhalten sind.“ Grundsätzlich spreche sich die Wirtschaftskammer „seit Jahren für gleiche Wettbewerbsbedingungen aus.“ Denn: „Der Black Friday wird vor allem von ausländischen Onlinehändlern forciert, die in Österreich kaum oder keine Steuern auf ihre Gewinne zahlen.“

Laut einer Umfrage der KMU-Forschung wollen 25 Prozent, also rund 1,9 Millionen Österreicherinnen und Österreicher ab 15, an einem der beiden Tage auf Schnäppchenjagd gehen. Sie werden rund 220 Euro ausgeben. In NÖ sind es rund 380.000 Personen.

AK warnt vor Betrügern

Die Arbeiterkammer NÖ hat vor dem Black Friday bereits gewarnt. Sie rät zu Preisvergleichen über Preissuchmaschinen – denn nur so könnten „wirkliche Schnäppchen ergattert werden“, so AK-Konsumentenschützer Michael Dunkl. Die AK warnt außerdem vor Fakeshops, über die günstige Preise angeboten werden, die per Vorauskasse zu bezahlen sind – die bestellten Produkte würden aber nie geliefert.