Rund 10.000 Betroffene im VW-Abgasskandal vertreten. 2018 hat der VKI insgesamt rund 54.400 Beratungen durchgeführt und knapp 300 Verfahren geführt. Streitwert gegen VW rund 60 Mio. Euro.

Von APA Red. Erstellt am 14. März 2019 (12:38)
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Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 2018 rund 10.000 Betroffene im Abgasskandal mit Volkswagen vertreten, der die bisher größte Sammelklagenaktion in Österreich ausgelöst hatte. Der Streitwert beläuft sich aktuell auf rund 60 Millionen Euro, sagte Thomas Hirmke, Leiter des Bereichs Recht beim VKI, am Donnerstag vor Journalisten.

Für alle laufenden Verfahren des VKI betrug das gesamte Klagsvolumen 2018 rund 62 Mio. Euro.

Im Abgas-Streit mit VW hat der VKI bisher 16 zivilrechtliche Sammelklagen an 16 Landesgerichten in Österreich für rund 10.000 mutmaßlich Geschädigte eingebracht. Zu klären ist derzeit noch, ob die Gerichte in Österreich oder in Deutschland für den Fall zuständig sind, so Hirmke. Das Landesgericht in Korneuburg hat sich Ende Jänner bereits für nicht zuständig erklärt. Neben den Betroffenen im Abgasskandal vertritt der VKI weitere 12.000 Privatbeteiligte in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen VW-Mitarbeiter, sagte Hirmke.

Fast 60.000 Beratungen letztes Jahr

Neben dem Engagement im Streit mit VW konnte der Verein 2018 im Fall fehlerhafter Brustimplantate der französischen Firma PIP weitere Entschädigungen für betroffene Frauen in Höhe von 50.000 Euro erreichen, so Hirmke weiter. Ein Erfolg konnte auch gegen Amazon und Zalando erzielt werden, nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) in Österreich entschieden hatte, dass in Frage gestellte AGB-Klauseln der Unternehmen nach österreichischem Recht zu prüfen sind.

Im Jahr 2018 hat der VKI laut eigenen Angaben insgesamt rund 58.400 Beratungen durchgeführt und knapp 300 Verfahren geführt, zog VKI-Geschäftsführer Rainer Sprenger einen Tag vor dem Weltverbrauchertag Bilanz. Bei den abgeschlossenen Verfahren sei die Erfolgsquote bei über 90 Prozent gelegen. Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ), dass beim VKI angesiedelt ist und für grenzüberschreitende Probleme zuständig ist, wurden 5.500 Beratungen durchgeführt.

Im laufenden Jahr 2019 will der Verein sein Magazin "Konsument" wieder stärken und sein Online-Angebot ausweiten, so Spenger. Derzeit hat der "Konsument" rund 48.000 Abonnenten. Das ist weniger als das von der VKI selbst gesteckte Ziel von 50.000 Abonnenten. Spenger ist jedoch zuversichtlich, dass die Abonnenten-Zahl in Zukunft wieder leicht wachsen wird.

Die Einnahmen aus dem Magazin sind ein wichtiges Standbein für den VKI, der sich zu rund drei Vierteln selbst finanziert. Der Rest des Budgets, das sich auf rund 13 Mio. Euro belaufe, komme von der Arbeiterkammer sowie vom jeweils zuständigen Ministerium, derzeit dem Sozialministerium, so Spenger.