Erstellt am 28. Mai 2012, 00:00

Voith-Paper baut 70 der 500 Mitarbeiter ab. UMSTRUKTURIERUNG / Rekord-Umsatz sicherte keine Jobs: Neues Werk in China geht zu Lasten des Standortes St. Pölten.

 |  NOEN, zVg

VON DANIEL LOHNINGER

Trotz Rekord-Umsatz im Vorjahr stehen bei Voith-Paper in St. Pölten bald 70 der 500 Mitarbeiter ohne Job da. Schuld daran ist eine Umstrukturierung, mit der die im deutschen Heidenheim ansässige Geschäftsführung auf die geänderten Rahmenbedingungen am Weltmarkt reagieren will.

Voith-Paper in St. Pölten ist spezialisiert auf Maschinen für Kartonagen und Verpackungen – ein Geschäftsbereich, der in den vergangenen Jahren im Unterschied zum klassischen Papiermaschinen-Markt deutlich zulegen konnte. Allerdings: Das Umsatz-Wachstum wurde vor allem im asiatischen Raum erzielt – in Europa hingegen stagniert der Markt. Voith-Paper zieht deshalb die unternehmerischen Konsequenzen und errichtet ein neues Werk in China.

„Unsere Bemühungen gehen jetzt dahin, die Zahl der Kündigungen so gering wie möglich zu halten“, versichern die Betriebsrats-Vorsitzenden Alfred Tatschl und Hans-Joachim Haiderer. Konkret heißt das: Altersteilzeit-Lösungen, Mitarbeiter-Verlagerungen innerhalb des Konzerns und freiwillige Kündigungen sollen die Zahl der Freistellungen auf ein Minimum senken.

Damit ist es für den Betriebsrat aber noch nicht getan. Mit Aktionen will man in den nächsten Wochen auf die Entwicklung bei Voith aufmerksam machen. Denn, so Tatschl und Haiderer: „Es gibt keinen Geschäftsführer mehr vor Ort – darunter leidet der ganze Standort.“